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Der Liebling der Pilger und Touristen – die Jakobusstatue vor dem Eingang von St. Jakob

jakobusMeist stehen Heiligenfiguren auf hohen Säulen und Podesten, unerreichbar. Nicht so die bronzene Statue vor dem Eingang von St. Jakob! Sie ist der Liebling der Besucherinnen und Besucher aus aller Welt geworden: Viele posieren für ein Foto mit ihm. Manche scheint der Bronze-Jakobus zu umarmen oder sie legen selbst den Arm um ihn. Der Finger seiner linken Hand ist von den unzähligen Berührungen schon blank gerieben, so dass er jetzt einen goldenen Zeigefinger hat. Besonders Kecke lassen sich von dem goldenen Finger die verspannten Rückenmuskeln massieren. Alles macht er mit, der Heilige. Alles lässt er sich gefallen, ein Jakobus zum Knuddeln und Anfassen.

Finger des Jakobus

Der Künstler Ernst Steinacker

Dabei wollte man ihn anfangs gar nicht hier haben. Der Bildhauer Ernst Steinacker (1919–2008) schuf diese Jakobusfigur. Und er erzählte, er habe einen Traum gehabt, die Figur solle vor der St.-Jakobs-Kirche stehen und den Vorübergehenden den Weg zur Kirche weisen. Noch nicht alle waren davon überzeugt und so stellte man den Jakobus am 31. März 2001 erst einmal probeweise vor der Jakobskirche in Rothenburg ob der Tauber auf bis mit einer Spendensammelaktion die Figur vollends bezahlt war.

Der Künstler Steinacker übrigens lebte und arbeitete bis zu seinem Tod auf dem Schloss Spielberg, etwa eine Autostunde von Rothenburg entfernt. In der historischen Schlossanlage ist noch heute seine fränkische Kunst zu bewundern. Weitere Jakobusfiguren von Steinacker gibt es in Oettingen und Gunzenhausen. Man erkennt sie leicht, weil sie allesamt etwas lang geraten sind und – ein Franke würde sagen: weil sie „Glubschaugen“ haben.

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Rothenburg am Knotenpunkt von Jakobswegen

Unsere Stadt ist bekannt dafür, dass es eine große Zahl von Touristen aus dem In-und Ausland willkommen heißt. Weniger bekannt ist, dass die Stadt an einem Knotenpunkt von Jakobs-Pilgerwegen liegt. Etwa tausend Pilger im Jahr kommen von Nürnberg, Würzburg oder Bamberg und gehen nach dem Besuch Rothenburgs weiter nach Ulm, Rottenburg oder Speyer und schließlich vielleicht auch bis Santiago de Compostela. Viele von ihnen suchen nach Ruhe und nach dem Sinn des Lebens auf dem Pilgerweg. Weil unser Rothenburg eine kleine Stadt mit vielen Gästen ist, schaffen wir es natürlich nicht, allen Besucherinnen und Besuchern und auch nicht allen Pilgerinnen und Pilgern persönlich die Hand zu schütteln. Diese Aufgabe hat schon die bronzene Jakobusfigur von Steinacker übernommen.

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Ein Segen für die Pilgerinnen und Pilger

Wenn ich Pilgerinnen und Pilgern vor der St.-Jakobs-Kirche einen Wegsegen zuspreche, mache ich das häufig an dieser Jakobus-Figur.

Jakobus

Natürlich hat die Jakobusfigur auch eine Botschaft. Sie ist ihm geradezu auf den Leib geschrieben: „Lobet Gott“ steht da unter einem Dreieckszeichen. Das Dreieck mit Auge symbolisiert seit alters her den Dreieinigen Gott, der „nicht schläft noch schlummert“, sondern wacht und behütet, wie es in dem biblischen Pilgerpsalm 121 heißt.

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Mit dem linken, dem „Goldfinger“ zeigt Jakobus auf die Passanten. Die rechte Hand der Jakobus-Figur umschließt den Pilgerstab. Der Zeigefinger dieser Hand weist dabei nach oben in den Himmel. Mit dem rechten Finger zeigt er nach oben zu Gott. So als wolle er die Gäste, Wanderer und Touristen in der Stadt auffordern, doch Pilger zu werden und auf ihrer Reise Gott ein Danklied zu singen.

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Die Körpersprache des Jakobus

Noch ein paar andere Besonderheiten hat die Jakobsfigur: Die Figur ist mit leichtem Gepäck unterwegs. Gerade mal eine kleine Wasserflasche hat Jakobus mitgenommen, doch weder Tasche noch Rucksack. Auf dem Rücken, da wo man umgangssprachlich das „Kreuz“ hat, trägt er ein kleines Kreuz, das wie ein Lebensbaum gestaltet ist.

Statue

Und wer die Körperhaltung der Jakobusfigur mit dem eigenen Körper nachzuahmen versucht, bemerkt plötzlich, dass dieser Jakobus nicht einfach nur still dasteht, sondern selbst ein Pilger oder Tourist ist: das rechte Bein holt nach vorne aus, das linke Bein streckt sich nach hinten, so, als wolle er aufbrechen und unter die Leute gehen. Er ist eben kein Heiliger, unser Jakobus, sondern einer zum Anfassen!

Jakobus mit Schulklasse

Pfarrer Oliver Gussmann, Pilgerbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Bayern, Rothenburg ob der Tauber

Fotos: Willi Pfitzinger, Harald Ernst, Konrad Nieberle, Oliver Gußmann

Oliver Gußmann

In Rothenburg bin ich Touristen- und Pilgerpfarrer an St. Jakob. Das ist die große, an Kunstschätzen reiche evangelische Kirche mit den Doppeltürmen mitten in Rothenburg! Meine Aufgabe ist es, die Kirchen Rothenburgs Gästen und Touristen aus der ganzen Welt bekannt zu machen. Die zahlreichen Gotteshäuser des gotischen Rothenburgs erzählen mit Bildern und Symbolen vom Glauben, der Liebe und der Hoffnung unserer Vorfahren; sie berichten vom Sterben und Auferstehen, von Hingabe und Erlösung. Bei meiner Arbeit hilft mir ein Kirchenführer-Team. Außerdem traue ich Hochzeitspaare, mache Nachtkirchenführungen und vieles mehr. Gerne führe ich durch das jüdische Rothenburg oder biete für Kinder und Jugendliche kirchenpädagogische Führungen an. Für die Jakobuswege, von denen sich einige in Rothenburg kreuzen, bin ich der Ansprechpartner. Mir liegt eine gesunde Umwelt am Herzen. Darum fahre ich ein "Velomobil" - eine Mischung zwischen Seifenkiste und Rennauto. Wenn Sie so etwas in Rothenburg stehen sehen, bin ich sicher nicht weit entfernt! Mehr über meine Arbeit: www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus

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Glasfenster zum Sonnengesang des Franz von Assisi in der Franziskanerkirche von Rothenburg ob der Tauber

Franziskanerkirche in der Herngasse

Franziskanerkirche in der Herngasse

Unter allen Kirchen in Rothenburg ob der Tauber hat es mir die Franziskanerkirche besonders angetan. Sie liegt zwischen Marktplatz und Burgtor unscheinbar am Rande der Herrngasse, abseits von allem Trubel. Früher einmal lag in einem Garten am Rand der südwestlichen Stadtmauer das Kloster der Franziskanermönche. Nur ihre Kirche ist noch da. Eine der ältesten Kirchen der mittelalterlichen Stadt. Über siebenhundert Jahre alt. Vormittags atmet die Kirche Stille und Ruhe. Wenn ich über die alten Steinplatten den Mittelgang entlang gehe, muss ich oft daran denken, wieviele Leute schon vor mir darüber gelaufen sind oder hier gekniet haben. An einem Leuchter darf ich eine Kerze entzünden und dabei fest an jemanden denken. Gebete liegen aus, mit denen ich meine Gedanken in Gebetsworte fassen kann, Gedanken, die ich vielleicht niemandem außer Gott anvertrauen würde.

Hauptschiff der Franziskanerkirchee

Hauptschiff der Franziskanerkirchee

Die Franziskanerkirche von Rothenburg – ein Ort der Stille

An fast jedem zweiten Nachmittag im Juni und Juli um 16 Uhr singen in dieser Kirche Jugendliche Chormusik aus den USA. Sie verstehen es, die Zuhörer durch ihre Stimmen zu begeistern. Gegen Abend – längst ist schon die schmale Tür ins ehrwürdige Schloss gefallen – da betritt noch einmal die untergehende Sonne durch das Westfenster die Kirche und malt mit ihren hellen Fingern eine stille Botschaft an die Wände. Oder beleuchtet wie ein kleiner Scheinwerfer die Marienfigur, als wollte sie mich auffordern, ihr zuzuhören.

Der Engel am Fuß des Lettnerkreuzes

Der Engel am Fuß des Lettnerkreuzes

Dann geht die Sonne weiter und taucht den Engel am Lettner in ein mystisches Licht. Die Sonne kommt abends von Westen und grüßt die Sonne in den Glasfenstern genau gegenüber. Im Ostchor der Kirche steht ein Altar des berühmten Bildschnitzers Tilman Riemenschneider: Franz von Assisi ist da zu sehen, wie er die Hände zum Himmel emporhebt; und auf seinem Gesicht scheint sich die Vision zu spiegeln, bei der er den Himmel offen sieht.

Riemenschneiders Franz von Assisi

Riemenschneiders Franz von Assisi

Franz von Assisi kennen wir durch seinen Lobgesang der Schöpfung, den Sonnengesang. Populär geworden ist dieser Hymnus durch das Lied „Laudato si, o mi Signore, laudato si“.

Moderne Glasfenster in der Franziskanerkirche

In den letzten beiden Jahrzehnten hat nun der Glaskünstler Professor Johannes Schreiter einen Zyklus von elf modernen Glasfenstern zum Sonnengesang umgesetzt. Die letzten Fenster wurden erst vor wenigen Monaten eingesetzt und enthüllt. Diese Fenster erschließen sich mir nicht sofort, sie sind sozusagen slowview für die Augen. Manchmal sitze ich nur da und schaue zu ihnen hinauf. Und plötzlich entdecke ich wieder etwas, was ich zuvor noch nie gesehen habe!

In allen Fenstern sind auffallende Quadrate zu sehen: Jedes unregelmäßige Viereck steht für die Gemeinschaft der Heiligen, die mit weißen Gewändern bekleidet sind und Gott ein Loblied singen. Individualität, Kantigkeiten und Verletztheiten werden dabei nicht ausgeblendet, kein Viereck gleicht nämlich dem anderen. Die vielen Vierecke ergeben einen singenden Chor, der sein Lied empor zu Gott schickt.

Über dem Bereich des irdischen Wolkenhimmels, im Maßwerk der Fenster ganz oben, ist nur goldgelbes Licht. Dort beginnt der göttliche Himmel. Dort kehrt Ruhe ein: Der goldene Dreipass oder das goldene Herz scheint wie Gott Licht und Wärme auszustrahlen, obwohl auch dieser Bereich von den dunklen Wolken Notiz nimmt. Denn Gott ist kein Leid der Menschen fremd.

Am besten, man sieht die Fenster im Original, weil kein Foto den Gesamteindruck richtig wiedergeben kann, und keine Erklärung das trifft, was jemand anderes sich im Schauen denkt.

Der für mich beste Zugang zu den Fenstern ist, den Text des Sonnengesangs zu lesen und dann das Entsprechende in den Fenstern wiederzufinden.

Die neuen Glasfenster

Die neuen Fenster an der Nordwand

Die neuen Fenster an der Nordwand

Die vier Glasfenster auf der Nordseite (der linken Seite) sind neu:

Im ersten Fenster links verläuft eine weiße Farbbahn von oben nach unten. Im weißen Licht sind orange, blaue und ockerfarbene Elemente enthalten. Diese Farben deuten die Vielfalt und die Buntheit der Blüten an: “Gelobt seist Du, mein Herr, durch unsere Mutter Erde, die uns versorgt und ernährt und vielerlei Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.”

Im zweiten Fenster fallen drei Feuerflammen auf, die aus kerzenförmigen, U-förmigen Winkeln nach oben strahlen. Es ist ein kleiner Chor mit Feuer und Flamme. Von oben kommt ihm ein goldenes Tuch entgegen, wobei Gold für den Bereich Gottes steht und die olivgrüne Farbe für den irdischen Bereich.

Das dritte Fenster enthält eine große weiße U-Form, die wie ein Becken nach oben hin geöffnet ist. Der olivfarbene Farbton geht in ein Grauschwarz über, das unten zerrissen und zerborsten erscheint. Alle unsere Not, Zerwürfnisse und  Spaltungen werden von dieser großen weißen Hand aufgefangen.

Das vierte Fenster scheint so etwas wie den Grundaufbau der Fenster zu zeigen: Ganz viele weiße Quadrate sind da zu sehen. Manche sind mit Goldfarbe gefüllt, vielleicht sind es die im Himmel Erlösten. Ganz oben ist eine einzelne Feuerzunge zu sehen: das Lob eines einzelnen Beters, der für alle anderen seine Stimme erhebt und singt, während alle in Stille lauschen.

Ostchorfenster Franziskanerkirche

Ostchorfenster Franziskanerkirche

Die fünf älteren Mittelfenster im Ostchor (nicht alle sind in hier in diesem Blog abgebildet) entsprechen den Elementen der Schöpfung: Bruder Feuer, Bruder Wind, Schwester Sonne und Bruder Tod, Schwester Wasser, Mutter Erde.

Und dann sind da noch auf der rechten Seite zwei kleine Fenster: ein Blitz, der vom Himmel fährt und damit das von Gott geschaffene Klima andeutet, und im letzten Fenster die stimmgabelförmige Hand Gottes, die aus dem Himmel kommt und uns begleitet.

Johannes Schreiter

Der Künstler Professor Johannes Schreiter (geb. 1930) aus Langen bei Darmstadt hat diese Fenster entworfen. Ausgeführt wurden die Glasarbeiten von der Firma Derix, Taunusstein.

Die erdigen Farbtöne der Fenster nehmen die Schlichtheit des Kirchenraumes auf – rote oder blaue Fenster hätten den Raum in ein ganz unnatürliches Licht getaucht. Die Bildformen sind klar und strahlen Ruhe aus.

Johannes Schreiter hat seinen neuen Fenstern den Werktitel “S.D.G. 3/2010/F” gegeben. Vielleicht liege ich richtig, wenn ich diese Buchstaben-Zahlen-Kombination so deute: „Soli Deo Gloria (allein  Gott sei die Ehre gegeben). Im März 2010 wurden diese Fenster für die Franziskanerkirche entworfen.“

Am besten ist es, wie gesagt, die Fenster mit eigenen Augen anzusehen. Viel Freude daran!

Was man sonst noch wissen könnte…

Die Franziskanerkirche (erbaut 1256–1309 als Kirche zur glückseligen Jungfrau Maria) lädt täglich zum Besuch ein von 10–12 und von 14–16 Uhr. Von Januar bis März ist die Kirche nur zu Gottesdiensten geöffnet. Sie wird von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Jakob betreut. Samstag abends um 18 Uhr gibt es in der Franziskanerkirche Andachten und Orgelkonzerte. Die Kirche gehört zu dem neuen System von Radwegekirchen, die es auch entlang der Radwege in Franken gibt. Rothenburg ist übrigens ein Knotenpunkt schöner Radwege.

Sehenswert in der Kirche sind die modernen Glasfenster (1995–2015), der Franziskusaltar von Tilman Riemenschneider (1490) und der Lettner (ca. 1309).

Westgiebel Franziskanerkirche

Westgiebel Franziskanerkirche

Oliver Gußmann

In Rothenburg bin ich Touristen- und Pilgerpfarrer an St. Jakob. Das ist die große, an Kunstschätzen reiche evangelische Kirche mit den Doppeltürmen mitten in Rothenburg! Meine Aufgabe ist es, die Kirchen Rothenburgs Gästen und Touristen aus der ganzen Welt bekannt zu machen. Die zahlreichen Gotteshäuser des gotischen Rothenburgs erzählen mit Bildern und Symbolen vom Glauben, der Liebe und der Hoffnung unserer Vorfahren; sie berichten vom Sterben und Auferstehen, von Hingabe und Erlösung. Bei meiner Arbeit hilft mir ein Kirchenführer-Team. Außerdem traue ich Hochzeitspaare, mache Nachtkirchenführungen und vieles mehr. Gerne führe ich durch das jüdische Rothenburg oder biete für Kinder und Jugendliche kirchenpädagogische Führungen an. Für die Jakobuswege, von denen sich einige in Rothenburg kreuzen, bin ich der Ansprechpartner. Mir liegt eine gesunde Umwelt am Herzen. Darum fahre ich ein "Velomobil" - eine Mischung zwischen Seifenkiste und Rennauto. Wenn Sie so etwas in Rothenburg stehen sehen, bin ich sicher nicht weit entfernt! Mehr über meine Arbeit: www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus

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Zehn Tage in Rothenburg ob der Tauber, oder das Warten auf eine Ballonfahrt

Wir, Marita und Lars aus Berlin haben im Februar 2015 zehn Tage Urlaub in Bayern, im romantischen Rothenburg ob der Tauber verbracht.
Uns faszinieren Städte, die ihre historische Substanz bewahrt haben. Das romantische Kleinod in Mittelfranken sollte dabei unsere Basis für Ausflüge und Wanderungen in die Region darstellen. Übernachtet und gefrühstückt haben wir im Hotel Rappen am Rand der mittelalterlichen Altstadt vor dem mächtigen Galgentor.

Detwang kurz nach dem Start
Unsere Anreise nach Franken erfolgte bewusst mit der Deutschen Bahn. Auch alle weiteren Sehenswürdigkeiten in Ansbach, Würzburg oder auch Röttingen im lieblichen Taubertal, hier wohnte lange eine Schwester von mir, haben wir bequem mit der Bundesbahn erreicht.
Neben den schönen Stadtansichten, geplanten Wanderungen und Stadtbesichtigungen fieberten wir einem für uns besonderen Event entgegen: Unserer ersten Fahrt mit einem Heißluftballon. Marita hatte beim Stöbern im Internet die Firma Happy Ballooning entdeckt. Begeistert fragte sie mich, ob das etwas für mich sein könnte.
Und ob! Aber im Winter? Also Kontakt zu Happy Ballooning Ballonfahrten aufgenommen.

Georg, der Firmeninhaber, sagte mir bei unserem ersten Telefonat, dass eine Ballonfahrt auch im Winter möglich ist, sofern das Wetter mitspielt. Durch unseren recht langen Aufenthalt im bayerischen Rothenburg sollte doch an einen Tag das Wetter für eine Ballonfahrt passen.

Blog -6- Ballonfahrt 14-02-2015
Nun hieß es warten. Die Wetterlage wurde fast täglich über einen Wetteranruf mit Georg besprochen. Aber irgendwie wollte der „Wettergott“ die erste Woche nicht so richtig mitmachen. Ständig herrschte Hochnebel, der in diesem Jahr besonders zäh zu sein schien. Aber warten heißt nicht untätig sein. So erkundeten wir die historische Schönheit der Stadt und Umgebung. Als Erstes türmten wir – nein, nicht aus der Stadt – sondern erkundeten auf dem Rothenburger Turmweg die faszinierende Stadtbefestigung Rothenburgs. Besonders empfehlenswert ist eine Besteigung des Rathausturmes. Die Mühe des Aufstiegs wird mit einer fantastischen Rundumsicht über die Stadt und das Umland belohnt. Ebenfalls grandios hat uns das Innere der St. Jakobs Kirche gefallen.
Am 13. Februar 2015 war die Wetterlage endlich geeignet für einen Ballonstart, so schien es zumindest. Der Hochnebel sollte sich gegen Mittag auflösen, also auf nach Detwang zur Startplatzwiese an der Tauber und mit dem Ballonaufbau begonnen. Leider blies der Wind nun aber doch so stark, dass an einen Start nicht zu denken war und wir nach dem „Anblasen“ enttäuscht wieder die Ballonhülle einpacken mussten. Es verblieben nur noch zwei Tage in Rothenburg. Sollte der Traum von der Freiheit über den Wolken unverwirklicht bleiben? Der Valentinstag verhieß uns Glück! Die fränkische Hochnebeldecke riss schon im Laufe des Vormittags auf und auch kein zu starker Wind störte heute die Vorbereitungen zum Ballonstart.

Blog -5- Ballonfahrt 14-02-2015
Ballonfahren ist Teamarbeit. Das heißt also nicht einfach nur dastehen und zuschauen. Von allein füllt sich die 1300 Quadratmeter große Ballonhülle nicht mit kalter Luft und so durften wir die Ballonhülle mit aufhalten, was wir ja schon vom Vortag kannten. Nachdem der Ballon sich halb mit Kaltluft gefüllt hatte, lies Georg den Brenner fauchen. Nach weniger als zwei Minuten erhoben sich die 4000 Qubikmeter heiße Luft majestätisch über unsere Köpfe. Jetzt hieß es in den Ballonkorb klettern, noch schnell ein paar Bilder knipsen und dann Leinen los. Schon der Start in die Luft war unbeschreiblich schön. Man hat gleich ein Gefühl von grenzenloser Freiheit.

Blog -7- Ballonfahrt 14-02-2015
Die Fahrt führte uns aus dem Taubertal heraus von Rothenburg in Richtung Westen, also nach Baden Württemberg, über Dörfer, verschneite Felder und mit Raureif bedeckte Wälder. An der Inversion hatten wir gute Fernsicht, aber auch Nebelpatches waren noch erkennbar. Auf einem Feldweg bei Wolkersfelden endete unsere wunderschöne Ballonfahrt.

Blog -1- Ballonfahrt 14-02-2015

Nach der abschließenden Ballonfahrertaufe mit Sekt und Urkunde und unserer Erhebung in den Adelstand der Ballonfahrer, ging es zurück im Verfolgerfahrzeug von Happy-Ballooning nach Rothenburg zum Startplatz im Taubertal.
Am Sonntag, unserem letzten Tag in einer der schönsten Städte Deutschlands, wanderten wir zur Skisprung Naturschanze gegenüber der Stadt. Von dort aus genießt man auch einen grandiosen Blick auf das Stadtpanorama, beinahe so schön wie aus dem Ballonkorb, aber eben nur beinahe…
Eines ist gewiss: Diese Ballonfahrt wird nicht unsere Einzige bleiben.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Lars und Marita Molzberger aus Berlin

Georg Reifferscheid

Mein Name ist Georg Reifferscheid. Ich bin passionierter Ballonfahrer und veranstalte in Rothenburg ob der Tauber tägliche Ballonstarts aus dem Taubertal. Seit 1987 bin ich Hobbyballonfahrer, seit 1991 Ballonlehrer und seit 1993 hauptberuflicher Ballonpilot. Im Jahr zuvor, Ende 1992, gründete ich mit „Happy Ballooning“ das erste Luftfahrtunternehmen mit Ballonen in Nordbayern. Unser Startplatz in Rothenburg befindet sich direkt unterhalb der Altstadt an der Tauber. Bevor ich mein Hobby zum Beruf machte, war ich nach Abschluss meines Studiums an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung als Kriminalbeamter bei einer Spezialeinheit, einem Mobilem Einsatzkommando in Köln tätig. Anschließend als Sachbearbeiter für Raub und Fahndung bei der Kripo in Bonn. Am Ballonfahren reizt mich vor allem, im Luftmeer lautlos einem unbekannten Ziel entgegen zu gleiten. Mich fasziniert die Freiheit, über den Dingen zu schweben. Am liebsten bin ich ganz nah dran an der Altstadt von Rothenburg und der abwechslungsreichen Landschaft des Taubertals, der Frankenhöhe, der Hohenloher Ebene, des Aischtals, des Vorbachs oder des Jagst- und Kochertals. In jeder Himmelsrichtung ein neues Abenteuer! Dabei hat jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz und lädt zum Fotografieren ein.

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In der ruhigen Zeit ist ganz schön was los im Fränkischen Kleinod.

19 Sonderführungen zum Weltgästeführertag 2015 in Rothenburg ob der Tauber.

Am Wochenende 21. + 22. Februar ist es wieder soweit. Wir vom Verein der Rothenburger Gästeführer bieten zahlreiche einmalige Sonderführungen unter dem gemeinsamen Motto „Steine“ an. Die Angebote richten sich an Einheimische ebenso wie Besucher. Die Teilnahme ist kostenlos und jeder ist ohne Anmeldung herzlich willkommen. Auch in diesem Jahr ist es uns wieder gelungen nicht nur sehr interessante Themen zu finden, sondern auch Türen zu öffnen die sonst für die meisten verschlossen bleiben. Dazu mehr bei den einzelnen Programmpunkten.

Seit 2009 erfreut sich diese Veranstaltung einem ständig wachsenden Interesse. Auf bisher 83 Veranstaltungen wurden über 6200,- Euro gesammelt. So bitten wir auch in diesem Jahr wieder um Spenden für einen guten Zweck.

 

5 der Aktiven des WGFT 2015 in Rothenburg o.d.T.

5 der Aktiven des WGFT 2015 in Rothenburg o.d.T.

Das Programm

Die Auftaktveranstaltung

Bereits am Samstag, den 21. Februar um 14.00 Uhr findet als Auftaktveranstaltung eine Wanderung unter dem Motto „Stein und Wein“ im Rothenburger Weinberg durch die Familie Thürauf statt. Was haben Steine und der Boden für einen Einfluss auf den Wein?

Treffpunkt: Blasiuskapelle im Burggarten

Dauer: ca. 1 Stunde  Strecke: ca. 1 Kilometer

Gästeführer: Herr Thürauf

Der Weinbau in Rothenburg ob der Tauber kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken – war doch der Wein in früheren Zeiten das einzige Getränk, das man unbedenklich zu sich nehmen konnte.

So wird berichtet, dass die Nonnen im Dominikanerinnenkloster täglich mehrere Liter tranken. Nach langer Pause und einem mühseligen Weg durch die Instanzen durfte die Winzerfamilie Thürauf  an der Riviera wieder Wein, als Hauptsorten Johanniter und Regent, anpflanzen. Nur ein paar Schritte vom Burggarten entfernt wandert man über einen Weinlehrpfad mit einer Vielzahl von Steinen und mit sehr seltenen Rebsorten – der richtige Einstieg, den guten Frankenwein später selbst zu kosten.

 

3,5 x 5 Führungen am Sonntag 22.02.

Die Hauptveranstaltung findet mit 3,5 x 5 Führungen am Sonntag statt.

Jeweils um 12:00; 13:00; 14:00 und 15:00 Uhr werden vier der fünf Führungen angeboten. Die Bauhütte der St. Jakobskirche wird um 14:00 und 15:00 zu besichtigen sein.

 

Der Mensch als Stein – Die Philosophie der Freimaurer

Treffpunkt:        Altes Spital, Eingang Spitalgasse 48

Gästeführer:     Herr Harald Ernst

Erfahren Sie, wie sich aus den mittelalterlichen Bauhütten in der Zeit der Aufklärung die Freimauerei entwickelte, was Freimauerei ist und was die Rothenburger Loge in der Gegenwart macht.
Dies und mehr erwartet Sie im Schäfersaal, einem der schönsten Säle Rothenburgs der sonst nicht öffentlich zugänglich ist. Dieser Saal ist der Ort, an dem sich die Brüder der Loge zu den 3 Türmen  regelmäßig für ihre rituellen Arbeiten versammeln.

 

 

Die steinernen Neidköpfe, Schutzgeister und Symbolfiguren

Treffpunkt:        Heilig Geist Kirche, Spitalgasse

Gästeführer:     Frau Ruth Pianka, Frau Marianne Gröschel

Die vielen in Rothenburg vorhandenen Neidköpfe sind Ihnen vielleicht noch gar nicht bewusst aufgefallen. Aber es gibt sie in allen Stadtteilen – Figuren, Köpfe und Masken auf den Gebäuden und an den Wänden. Was bedeuten die Neidköpfe und wo sind sie überall zu finden?

 

Steinreich

Treffpunkt:        Marktplatz Rathausportal

Gästeführer:     Frau Claudia Koller-Lindner

Rothenburg ist reich an Steinbauten. Was bedeutet „steinreich“? Was bedeutet dagegen „unter Dach und Fach“. Statussymbole früher und heute – was hat sich geändert – was ist gleich geblieben. Ein kurzer Weg entlang  steinerner Statussymbole in der Herrngasse bis zum WALTHERSCHEN HAUS – heute  Hotel Eisenhut. Auch dort werden sich Türen öffnen, um Einblicke hinter die Steinmauern in Wohnbereiche freizugeben, die sonst für die meisten verschlossen sind.

Stein + Reich = Steinreich

Stein + Reich = Steinreich

Die Geschichte der Vermessung und die Rolle der Grenzsteine

Treffpunkt:        Eingang Kriminalmuseum

Gästeführer:     Frau Karin Bierstedt, Herr Andreas Baur

Die Grenzsteinsetzung der Siebener war ein feierlicher Akt. Eine Ohrfeige zur Erinnerung an den Standort des Steines und andere Bräuche sind heute nicht mehr üblich. Wie wurde früher der Besitz „abgesteckt“? Wie hat sich das im Laufe der Zeit geändert. Ein interessanter Blick in die Geschichte und die Bayerischen Karten zeigt Details, die es heute teilweise nicht mehr gibt. Wie wird heute digital vermessen und was kann man mit geodätischen Messpunkten machen?

 

„Die Bauhütte der St. Jakobskirche“.

Zeiten:                Nur 14:00 und 15:00 Uhr!!!

Treffpunkt:        Eingang St.-Jakobs-Kirche

Gästeführer:     Herr Dr. Oliver Gußmann, Herr Thomas Ehrlinger

Die Bauhütten entwickelten sich aus dem romanischen Kirchenbau durch Mönche hin zum organisierten Bauablauf gotischer Kathedralen, der unterschiedlichste Handwerke umfasste. Eine Besonderheit bildete die Organisationsform der Steinmetze in der Steinmetzbruderschaft, weil sich die Meister der anderen Gewerke lediglich in den Zünften und die Gesellen gesondert organisierten. Deshalb ist grundsätzlich zwischen Bauhütte, Steinmetzbruderschaft und Zunft zu unterscheiden.

Von besonderer Bedeutung war die qualifizierte Ausbildung der gotischen Bauhütte, die in Lehrlinge, Gesellen und Wandergesellen, Kunstdiener, Laubhauer, Parliere, Steinbildhauer und Meister unterschied.

 

In der Bauhütte von St. Jakob.

In der Bauhütte von St. Jakob.

 

Zu schade, dass ich die Angebote am 22.02. verpassen werde. Bin ich doch selbst voll eingespannt. Deshalb steht es noch in den Sternen, ob ich danach über die Veranstaltung berichten werde. Meine Empfehlung ist also – selber teilnehmen. Allerdings ist da schon eine gute Kondition gefragt, denn in der ruhigen Zeit ist zumindest an diesem Wochenende ganz schön was los in dem romantischen Rothenburg ob der Tauber. Eine Stadt die mehr ist als nur schön anzuschauen.

Harald Ernst

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Meine Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese besonders schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf. Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber. Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhause.

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Rothenburger Lichterlauf

Am Abend des ersten November ist es üblicherweise kalt und ungemütlich draußen.  Kein Grund also, um einen Spaziergang durch die Altstadt zu unternehmen. Wir machen uns trotzdem auf den Weg nach Rothenburg ob der Tauber.
Spazierengehen wollen  die vielen Menschen, die an diesem Abend nach Rothenburg kommen, nicht. Sie wollen rennen! Und zwar schnell und durch die beleuchteten Gassen der Stadt. Es ist der Abend des Rothenburger Lichterlaufes.

Kaum zu glauben, was an diesem Tag in der Stadt los ist.
Da wir mit Freunden verabredet sind, lasse ich mich auf der Rathaustreppe nieder. Ein Platz, an dem man sich auf jeden Fall finden kann. Hier herrscht ein buntes und fröhliches Durcheinander. Die Touristen staunen nicht schlecht, denn was sie heute erleben, ist keine beschauliche Altstadt, sondern das pralle Leben. Eine kleine Gruppe  Japaner sitzt auf der Treppe und knabbert an
ihren Schneeballen während die Familie daneben in den Sporttaschen wühlt und nach der Ausstattung für die Kinder sucht.
In der großen Zahl der Sportler fallen die Touristen kaum auf, sorgen aber für ein Multi-Kulti-Flair auf dem Marktplatz. Friedlich und  kribbelig, wie bei einem sportlichen Großereignis eben.
Von dem gleichzeitig stattfindenden Märchenzauber zeugt nur der Stadtführer im historischen Gewand, der zu einem Märchenbummel einlädt. Einige folgen seinem Ruf, aber die meisten sind mit Anziehen, Aufwärmen und vor allem natürlich mit Reden beschäftigt.

Lichterlauf_Start
Die  Menschen sind aus der gesamten Umgebung zusammengekommen, kennen sich, schwatzen und lachen und genießen den Abend.  Musik in voller Lautstärke und die Ansagen der Moderatoren machen ordentlich Stimmung und begleiten die ersten jungen Läufer.

Feuershow beim Rothenburger Lichterlauf

Feuershow beim Rothenburger Lichterlauf

Auch unsere Freunde aus Ansbach sind inzwischen gekommen. Gerade noch rechtzeitig um die Feuershow zu sehen, die auf dem Marktplatz gerade beginnt.  Sie sind ziemlich platt über die gute Stimmung in der Stadt.
Höhepunkt ist endlich der Start des Hauptlaufes. Es ist mittlerweile dunkle Nacht, aber die Fackeln erleuchten die Strecke für die Läufer und Radfahrer sorgen an der Spitze dafür, dass sich keiner verirrt.

Lichterlauf_Ziel

Alle Nichtläufer, und das sind auch sehr viele, säumen die Gassen und feuern die Läufer an. Die ersten rennen wie der Blitz, die letzten ernten den Applaus fürs Durchhalten. Wir schlendern gemeinsam zum Burggarten und genießen zunächst dort den Blick auf die Läufer. Dann geht es weiter zur Sparkasse, wo fleißig Klappern verteilt werden, mit denen heftiger Krach gemacht wird.
Mit einer gemütlichen Einkehr wird der Abend beendet. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Regina Bremm

Gemeinsam mit meiner Familie wohne ich in Colmberg im Romantischen Franken. Für dieses schöne Gebiet, zu dem auch Rothenburg ob der Tauber gehört, bin ich beruflich beim gleichnamigen Tourismusverband tätig. Die Freizeit gehört der Familie und sportlichen Aktivitäten, allen voran dem Golfspielen. Mit einem Golfplatz am Wohnort ist das eine wunderbare Form der Bewegung, die niemals langweilig wird und bei fast allen Wetterlagen möglich ist. Auch mit dem Rad oder zu Fuß sind wir gerne in der Umgebung unterwegs. Rothenburg ob der Tauber mit seiner schönen Altstadt gefällt mir immer wieder aufs Neue - egal, ob bei einem Ausflug mit Besuchern in die Altstadt, beim Lichterlauf oder während des Weihnachtsmarkts. Auch zu einem Spaziergang durch die Weinberge oder in das zauberhafte Wildbad sage ich nicht Nein! www.romantisches-franken.de/

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Der Jahrhundertrundgang an den Rothenburger Reichsstadttagen 2014

Der Klassiker

Das Oktoberfest gibt es seit 1810, die Reichsstadttage seit 1974 und den Jahrhundertrundgang seit 2007.  Alle drei Veranstaltungen können mit gutem Recht als Klassiker bezeichnet werden, auch wenn Geschichte und Besucherzahlen sich sehr unterscheiden. Während es von den zwei großen Veranstaltungen nur grobe Schätzungen bezüglich der Besucherzahlen gibt, ist die Teilnehmerzahl der Jahrhundertrundgänge 2014 absolut gesichert. Ich habe sie selbst gezählt. Mit 40 Teilnehmern am Samstag und der Hälfte am Sonntag waren es ideale Gruppengrößen für diese besondere Stadtführung. Es soll ja jeder alles sehen und hören können, sonst leidet die Qualität. Eine Qualität, die bisher offensichtlich immer gut war, sonst hätten nicht auch in diesem Jahr Gäste wiederholt teilgenommen. Das empfinde ich übrigens als ganz großes Kompliment und bin sehr dankbar dafür. Bei der Gelegenheit möchte ich mich ganz herzlich bei allen Teilnehmern bedanken, aber natürlich ganz besonders bei den Wiederholern.

Die Aufklärung

Die ganze Idee der Führung dreht sich um zwei wichtige Punkte. Unterhaltung und Wissen. Die Reichsstadttage sollen nicht nur ein Fest der Freude sein, sondern auch etwas über die Geschichte der Stadt Rothenburg vermitteln. Also etwas Aufklärung betreiben und dazu gilt es erst einmal Konzept und Begriffe zu erklären. Was ist überhaupt eine Reichsstadt, von wann bis wann waren wir eine solche und welche Bedeutung hatte das für die Stadt? Übrigens kann ich hier einen Bogen zum Oktoberfest schlagen. Die Hochzeitsfeier vom Bayrischen Kronprinzen Ludwig mit seiner Theresia (daher auch Theresienwiese) sollte unter anderem dazu dienen, ein Gemeinschaftsgefühl in dem neu entstandenen Königreich Bayern entstehen zu lassen, zu dem 1810 auch Rothenburg ob der Tauber seit kurzem gehörte. Aber das nur nebenbei.

Die Blütezeit

Wie reich und wohlhabend die Stadt einst war, lässt sich noch wunderbar an dem beeindruckenden Rathaus ersehen, vor dessen imposanten Giebeln wir den Rundgang durch die Jahrhunderte begannen. Wohlstand der sowohl von den Händlern kam, deren mächtige Häuser die Herrengasse säumen, als auch von den Bauern aus der Landwehr. Dieses städtische Gebiet, mit ca. 180 Dörfern auf etwa 400 Quadratkilometern, stellt(e) zumindest flächenmäßig solche Fürstentümer wie Lichtenstein mit seinen 160 qkm, locker in den Schatten. Von dieser Blütezeit, die vor allem die ersten Jahrhunderte (ca. 1300 – 1550) der Reichsfreiheit prägten, war die Rede und konnte sich jeder auf dem Weg vom Marktplatz über die Herrengasse bis zur 1. Gruppe ein Bild machen.

Die Reformation

Der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit um 1500 brachte viele Veränderungen sowohl in der Welt, als auch in unserem damals noch großen Rothenburg. Als Martin Luther seine Thesen an die Wittenberger Schlosskirche nagelte, hallten die Schläge noch Jahre später in Form von Bauernaufständen durch das ganze Land. Auch die Landwehr wurde erfasst und unter der Führung von Männern wie Florian Geyer oder dem Götz von Berlichingen machten sich die Bauern unter dem Zeichen des Bundschuhs auf, um für ihre Rechte zu kämpfen. Viele der Bauern um Rothenburg erhoben sich und dafür stehen exemplarisch der Schillingsfürster Bauernhaufen sowie die Schwarze Schar aus Ohrenbach, die ihr Lager vor der Franziskanerkirche aufgeschlagen haben. Einfach ist die Kleidung, einfach das angebotene Essen. Aber alles sehr passend und lehrreich. Was da nicht alles stand. Ein transportabler Brotbackofen bei den Schillingsfürstern und jede Menge Werkzeuge bei den Ohrenbachern. So konnten wir einen Schmied bei seiner Arbeit beobachten und dann wurde auch noch extra für uns ein Seil gedreht. Zum Abschied gab es noch zwei Lieder aus der Zeit der Bauernkriege, denn mit Musik marschiert sich besser.

Der Niedergang

Die Kaiserpfalz, aus der Rothenburg einst entstanden ist, fiel den Jahrhunderten ebenso zum Opfer wie die verschiedenen Klöster der Stadt. Ob Zufall oder Absicht, Glück oder Unglück, Fakt ist, wo einst Burg und Klosterkirche stand ist jetzt Platz für Grünflächen und Geschichte. Eine Geschichte, die uns auf unserem Gang durch die Jahrhunderte, vorbei am Burggarten und dem Klostergarten des ehemaligen Dominikanerinnenklosters bis vor die imposante Kirche St. Jakob führte. Im Mittelalter gab es hier eine wahrscheinlich recht einträgliche Wallfahrt zum Heiligen Blut. Einer Reliquie vom Blute Jesu Christi, die aber die Kaiserliche-katholischen Truppen unter Führung von General Tilly im 30-jährigen Krieg ebenso wenig aufhalten konnte, wie unsere Stadtmauer. Das „Fränkische Jerusalem“, wie Rothenburg auch genannt wird, wurde eingenommen und obgleich vor der Zerstörung durch den Meistertrunk gerettet, in eine Zeit der Bedeutungslosigkeit katapultiert. Gerettet vor der Zerstörung und doch gebrochen, diesen Zwiespalt stellen die vielen Gruppen aus der Zeit um 1631, dem Jahr der 1. Einnahme der Stadt, dar. Eine dieser Gruppen liefen wir auf unserem Jahrhundertrundgang, rein zufällig ;-), vor St. Jakob über den Weg. Die „BeutelschneiderInnen“ gaben für uns zwei Lieder zum Besten. Denn, wie wir bereits wissen: Mit Musik, da marschiert sich besser!

Der Abschluss

Es ging noch einmal zurück zum Marktplatz, denn die Rothenburger Münzer hatten dort einiges aufgeboten. Das Münzrecht war nur eines von vielen Privilegien, die sich in der wechselvollen Geschichte der Reichsstadt Rothenburg in unserem Besitz befanden. Während einer beeindruckenden Vorführung konnten wir so vieles über das Münzrecht erfahren und das hat sicher nicht nur bei mir einen prägenden Eindruck hinterlassen.

 

Vielleicht ebenso prägend wie die Erklärung der imposanten Verteidigungsanlagen an der nordöstlichen Seite der Altstadt, mit der Möglichkeit einen sonst verschlossenen Gang unter dem Stadtgraben hindurch zu begehen. Ein äußerst seltenes, wenn auch zweifelhaftes Vergnügen. Denn als komfortabel ist die Begehung eines mittelalterlichen Verteidigungsganges sicherlich nicht zu bezeichnen. Dafür aber umso anschaulicher und genau darum geht es ja auf dem Jahrhundertrundgang.

 

Nach dieser beeindruckenden Station machten wir uns auf den Weg die Runde im Ritterlager vor dem Rödertor zu beenden. Ein würdiger Abschluss, in dem größten Lager der Reichsstadttage, mit Besichtigung und kompetenter Erklärung der Waffen eines Ritters aus der Zeit um 1274. Dem Jahr, in dem Rothenburg ob der Tauber zur Reichsstadt wurde. Damit endete der Gang durch die Jahrhunderte nach über 2,5 Stunden in der Zeit, in der alles begann.

Eine runde Sache die auch für 2015 wieder geplant ist.

Ein ganz besonderer Dank gilt all den beteiligten Gruppen, die alle ehrenamtlich, mit viel Einsatz und Liebe zum Detail dieses wunderschöne Fest erst möglich machen.

Harald Ernst

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Meine Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese besonders schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf. Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber. Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhause.

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Fest und Freude – Die Rothenburger Reichsstadttage

Hochfeuerwerk - Stadtbeschießung (Samstag Nacht)

Oktoberfest – Cannstatter Wasen – Reichsstadttage

Der September ist der Monat der großen Feste. Ok, mit den beiden größten Volksfesten in Deutschland können unsere Reichstadttage nicht mithalten. Aber das wollen wir auch gar nicht.

Ursprünglich, 1974, war es als Fest von den Rothenburgern für die Rothenburger gedacht. Aber natürlich auch, um unseren Gästen aus aller Welt die spannende Geschichte der Stadt näher zu bringen.

Lange bevor Mittelaltermärkte wie Pilze aus dem Boden zu sprießen begannen, wurde in unserem mittelfränkischen Kleinod die Geschichte lebendig gemacht. Mit dem historischen Festspiel „Der Meistertrunk“ http://www.meistertrunk.de haben wir eines der ältesten historischen Spektakel in ganz Deutschland. Bereits seit über 130 Jahren wird unsere sehenswerte Stadt jedes Jahr zu Pfingsten zurück in die Zeit des 30-jährigen Krieges versetzt. Diese Festtage bekamen dann vor 40 Jahren eine Ergänzung.

500 Jahre Reichsstadt

Rothenburg war über 500 Jahre eine Reichsstadt. Also eine Stadt mit weitgehenden Freiheiten. Nicht ganz wie eine „Freie Stadt“, von denen es heute mit Hamburg und Bremen noch zwei gibt. Aber doch etwas Besonderes, denn es gab nur ca. 80 Freie und Reichsstädte im ganzen HRRDN (Heiligen Römischen Reich deutscher Nation). Ganz nebenbei: Wer also von einer Stadt als „Freier Reichsstadt“ spricht liegt damit zumindest historisch betrachtet Falsch. Denn entweder war eine Stadt eine Freie Stadt, oder eine Reichsstadt.

Aber was feiern wir denn nun genau, und vor allem wie?

Die Reichsstadttage

Unsere glorreiche Zeit als Reichsstadt ist nun schon über 200 Jahre Vergangenheit. Aber wir erinnern uns gerne daran und nur so kann man Rothenburg ob der Tauber verstehen. Die Jahre von 1274 bis 1802 hatten viel Gutes, aber auch Schattenseiten. Doch eines waren sie mit Sicherheit nicht: Langweilig. Wir möchten also an den Festtagen an jedem 1. Wochenende im September an all dies erinnern. So finden sich dieses Jahr wieder 25 Gruppen mit Hunderten von Teilnehmern zusammen, um an diesen Teil unserer Geschichte zu erinnern.

Das wird ein Fest!

Mit einem Fackelzug durch die historische Stadt und einem Fassadenfeuerwerk am Marktplatz geht es am Freitagabend los.

Über den gesamten Samstag und Sonntag gibt es an unzählige Stationen in und um die Altstadt historische Gruppen zu bestaunen sowie ein vielfältiges Programm zu erleben.

Da ich mir selber nicht alles merken kann, bin ich sehr froh über einen Prospekt, auf dem zumindest die wichtigsten Aktionen zusammen gefasst sind. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Rothenburger Tourismus Services.

Der Jahrhundertrundgang

All diese Angebote sind fantastisch, ABER da kann einem leicht der Überblick zwischen all den Jahrhunderten und Gruppen verloren gehen. Zum Glück gibt es seit Jahren den Jahrhundertrundgang. Eine Sonderführung durch die Stadt, ihre Geschichte und zu einzelnen Gruppen, die nur an den Reichsstadttagen angeboten wird. Auf dem 2-2,5 stündigen Gang wird die Geschichte nicht nur lebendig, sondern auch verständlich. Welche Gruppe stellt was genau dar, aus welcher Zeit stammt sie und für welchen Teil von Rothenburgs abwechslungsreicher Geschichte steht sie. Neben diesen Informationen bieten die Gruppen auch noch Aktionen.

Mit der Führung möchten wir das Eis zwischen Besuchern und Gruppen brechen. Sie sollen wenn möglich Teil unserer Geschichte werden und mit uns Rothenburgern feiern.

Der Stadtbote von Rothenburg o.d.T.

Der Stadtbote von Rothenburg o.d.T.

Der Klassiker und die Ritterrunde

Da der Jahrhundertrundgang bereits Stammgäste hat, quasi Wiederholungstäter, wird zum 40. Jubiläum der Reichsstadttage erstmals eine ganz neue Runde angeboten. Es gibt also zwei ganz unterschiedliche Rundgänge. Der Klassiker (die Zeiten entnehmen Sie bitte dem aktuellen Prospekt) geht eine bewährte Runde durch die nördliche und östliche Altstadt und stellt dabei ein umfassendes Bild der gesamten Reichsstädtischen Geschichte dar.

Der Neue ist  2014 dazu gekommen und konzentriert sich auf das ausgehende Mittelalter, die südliche Altstadt und die spannende Geschichte der Ritter. Aber natürlich erfährt jeder Teilnehmer auch auf diesem Rundgang alles Wesentliche zu Rothenburgs Entwicklung zu einer der besterhaltensten Historischen Städte Deutschlands.

Der Treffpunkt für diese beiden ganz besonderen Stadtführungen ist übrigens immer der Marktplatz. Einfach auf das entsprechende Schild achten.

Es würde mich sehr freuen Sie auf einem der Jahrhundertrundgänge begrüßen zu dürfen. Über meine Erfahrungen an dem Wochenende möchte ich dann in meinem nächsten Beitrag berichten.

Bis bald.

Harald Ernst

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Meine Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese besonders schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf. Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber. Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhause.

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Der „Rad’sherr“ im Taubergrund – Historie im Zeichen des Fortschritts.

Inmitten des Taubermühlenweges im Taubergrund und seiner Nebenbäche, der sich auf wenige Kilometer von Wettringen bis Tauberzell an der Grenze zu Baden-Württemberg gelegen erstreckt, kann man im mittleren Abschnitt des Rothenburger Mühlenwegs zwei Dutzend Mühlen wie die Roßmühle, die Steinmühle und die Herrnmühle entdecken.

Ich möchte Euch heute die Untere Walkmühle im romantischen Rothenburger Ortsteil Detwang etwas näher bringen. Deren Eigentümer und Betreiber ist Familie Uwe Schubert. Unsere Familie Schubert ist auch bekannt durch ihr langjähriges erfolgreiches Mitwirken in der historischen Gruppe “Die Feldschmiede“ im Rothenburger Verein das Historische Festspiel „Der Meistertrunk“.

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Bei dem Mühlengebäude handelt sich um ein anerkanntes Baudenkmal, welches im Kern im 15./16. Jahrhundert errichtet und im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. Ursprünglich wurde sie tatsächlich als Walkmühle betrieben, was bedeutet, dass die Mühle bereits seit dem Hochmittelalter als Vorrichtung zur Bearbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben eingesetzt wurde. Die Gewässerbenutzung ist dort somit bereits seit mehreren Jahrhunderten nachgewiesen.
Bei der Unteren Walkmühle handelt es sich um ein sogenanntes Ausleitungskraftwerk, d. h. die Tauber wird mittels einer Wehranlage aufgestaut. Von dieser Anlage zweigt dann der Mühlbach (teilweise durch Gewölbe getunnelt) ab, welcher das Kraftwerk mit Wasser versorgt, um anschließend wieder im ursprünglichen Flusslauf zu münden.

Heute wird die Mühle als Wasserkraftanlage für die sinnvolle und umweltverträgliche saubere Nutzung der natürlichen Wasserkraft betrieben. (Thema: Energiewende).

Uwe erzählt weiter dazu:
In „historischen Tagen“ war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Rothenburgs die damals bestehende Mühlendichte im Taubertal. Fast zeitgleich mit der Katastrophe in Fukushima, welche die deutsche Energiewende ja maßgeblich beschleunigt hat, hatten wir uns entschlossen, die Triebwerksanlage unserer Mühle grundlegend zu modernisieren und für das zeitgemäße Erzeugnis erneuerbarer Energie zu nutzen. Hierbei haben wir hauptsächlich in Eigenregie in einer 15monatigen Bauphase die traditionelle Mühlentechnik in Form eines “Wasserrads“ mit zeitgemäßen Materialien und modernster technischer Steuerung und Mechanik verbunden. Somit ist wie beim Festspiel die Traditionspflege und moderne Weiterentwicklung vereint.

Freundschaft unter Festspielern; Bezug zur Festspielgruppe:

Da das Wasserrad komplett in Metallbauweise errichtet wurde, besteht auch hier ein Zusammenhang zur Metallverarbeitung bei der Feldschmiede.

Das Projekt wäre ohne die Hilfe befreundeter Festspieler nicht möglich gewesen. Mein Schilligsfürster Schmiedekollege Volker Mahl und Andreas Kaiser aus Detwang (Spielmannszug) waren maßgeblich aus Verbundenheit zur Tradition und dem Erhalt der lebendigen Geschichte des Rothenburger Taubergrundes an den Arbeiten beteiligt. Somit: Festspiel vereint in Uniform und Zivil.

Das Wasserkraftwerk ist zwischenzeitlich fertiggestellt. Über die Homepage der Unteren Walkmühle, sowie Aufnahmen auf Youtube hat sich ein internationales Interesse an der Anlage ergeben. Familie Schubert hatte bisher Führungen für Ingenieure, Schulklassen und sogar Entwicklungshelfer.

Die Untere Walkmühle ein sehenswertes und interessantes Objekt im schönen Taubertal bei Rothenburg ob der Tauber. Schaut’s Euch an!

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Benjamin Babel

Mein Name ist Benjamin Babel. Ich wurde 1962 in Rothenburg ob der Tauber geboren. Nach der Schulzeit und der Ausbildung führten mich meine Wege als Journalist in alle Welt. Doch das Herz schlägt nun mal in der Heimat und so blieb ich mit meinem Rothenburg auch in der Ferne stets verbunden. Seit 2011 lebe ich wieder in Rothenburg ob der Tauber, direkt am Marktplatz. Vielleicht hat mich der ein oder andere Besucher übrigens schon einmal in den Medien gesehen.

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Wo landen wir denn?

Wo landen wir denn?

oder: von Rothenburg ob der Tauber nach Amerika in knapp 90 Minuten

Eine der häufigsten Fragen bei einer Ballonfahrt ist sicherlich wo die Landung stattfindet. Dazu muss man wissen, dass ein Ballon nicht steuerbar ist. Auch wenn dies in der heutigen Zeit, in der alles bestens geplant wird, für viele nicht nachvollziehbar erscheint.

Bei einem Heißluftballon kann nur die Höhe beeinflusst werden, durch das Zugeben von heißer Luft nach oben und durch natürliche Abkühlung nach unten. Die Richtung und die Geschwindigkeit in die man sich bewegt werden alleine vom Wind vorgegeben.

Insofern muss der Pilot die Landegelegenheiten nutzen, die sich in Fahrtrichtung ergeben. Da aber der Wind ein himmlisches Kind ist, kann er auch mal unberechenbar sein. Problematisch wird es in waldreichen Gebieten und in Gegenden mit viel Bebauung. So muss man in Städten nach unbebauten Grundstücken, großen Parkplätzen oder breiten Straßen Ausschau halten. Auch auf der Autobahn ist schon der ein oder andere Heißluftballon gelandet…

Dem Ballon folgt ein sogenanntes Verfolgerfahrzeug mit einem Transportanhänger, um Gerät und Passagiere nach der Landung wieder zurück zum Ausgangsort zu bringen.

Die Landschaft um Rothenburg ob der Tauber bietet eigentlich in alle Himmelsrichtungen gute Landemöglichkeiten. Aber kürzlich endete eine frühmorgendliche Ballonfahrt von Rothenburg fast mit einer Festnahme auf amerikanischen Hoheitsgebiet…

Ein wunderschöner Frühmorgen, wir treffen uns im Taubertal unterhalb der Rothenburger Altstadt zur Ballonfahrt, meine Verfolger Norbert und Andi, drei chinesische Gäste aus Walldorf, die für das dortige Softwarehaus arbeiten und zwei Mitarbeiter vom Hofgut in Schönbronn, für die die Ballonfahrt ein Geschenk Ihrer Arbeitgeberin war.

Südwestlicher Wind ist vorhergesagt, der uns ins Aischtal Richtung Bad Windsheim führen wird. Vor Bad Windsheim liegt der amerikanische Militärflugplatz Illesheim, der luftrechtlich durch eine sogenannte Kontrollzone geschützt wird.

Sofern sich der Tower des Flugplatzes über Funk nicht meldet, gilt die Erlaubnis zum Einfahren in die Kontrollzone als erteilt. Hinter dem Flugfeld, auf dem sich zahlreiche kampfbereite Einsatzhubschrauber befanden, wollten wir zur Landung mit unseren Ballon ansetzen. Das Gebiet des Flugplatzes ist gut erkennbar mit einem Zaun umgeben. Mit einigem Abstand zum Zaun setzten wir zur Landung an, der Wind in den bodennahen Schichten kam aber nicht mehr aus Südwest sondern genau aus der entgegen gesetzten Richtung, führte uns also wieder zurück zur Airbase.

Nun, so eine Airbase bietet mit Flugfeld und umliegenden Wiesen ausgezeichnete Landemöglichkeiten. Dennoch unternahm ich drei „Anläufe“ um in höheren Luftschichten vom Militärgelände wegzukommen. In den unteren Luftschichten ging es aber immer wieder zurück zum Flugplatz, so dass wir uns zur sicheren Landung im eingezäunten Bereich entschlossen. Über Flugfunk hatten wir trotz vielfacher Versuche keinen Kontakt zum Flugplatz aufnehmen können.

Als Erstes kam ein Rasenmähertraktor auf uns zugefahren, der die Wiesen um die Start- und Landebahn mähte. Der deutsche Arbeiter erklärte uns, dass wir hier nicht landen dürften. Es handle sich um einen Flugplatz. Ach was, ein Flugplatz…hätten wir gar nicht gedacht…

Aber ab jetzt wurde es nicht wirklich lustig!

Blog smilie

Hoch über Rothenburg

Kurze Zeit später kam ein Securityfahrzeug auf uns zugefahren und fragte was wir hier machen. Nach kurzer Erklärung wurde die Militärpolizei angefordert. Diese erklärte uns, dass unser Verfolgerfahrzeug nicht auf das Militärgelände fahren dürfe, um den Ballon zu bergen. Die Besatzung unseres Verfolgerfahrzeuges müsse sich erst einer Sicherheitskontrolle unterziehen und Fahrzeug und Transportanhänger müssten auf Bomben und Sprengstoff untersucht werden. Dazu müsse aus Ansbach zunächst ein Sprengstoffsuchhund angefordert werden. Außerdem müsse der amerikanische Geheimdienst und die Sicherheitspolizei angefordert werden. Wir, meine Passagiere und ich, glaubten zunächst an einen (schlechten) Scherz. Aber weit gefehlt, das große Warten begann. Die chinesischen Mitfahrer sahen die Lage gelassen und meinten auf einem chinesischen Militärgelände wären wir vermutlich abgeschossen worden…

Zwei bewaffnete Militärpolizisten verblieben bei Ballonkorb und Hülle. Meine Passagiere durften nach Personalienaufnahme und Abgabe Ihrer Fotokameras in die zivile Kantine des Flughafengeländes und wurden vom zivilen amerikanischen Facilitymanager betreut.

Nach einer guten Stunde traf der Sprengstoffhund beim Verfolgerfahrzeug ein, dass an der Einfahrt zur Airbase festgehalten wurde. Anschließend wurden Ballonhülle und Ballonkorb gründlich abgeschnüffelt…

Eine halbe Stunde später kam unser Verfolgerfahrzeug eskortiert von vier Fahrzeugen auf die Startbahn gefahren. Zivile amerikanische Sicherheitsbeamte, deutsche Security, eine deutsche Verbindungsbeamtin, ein amerikanischer Facilitymanager. Eine filmreife Kulisse.

Nachdem wir unsere Ausrüstung in Fahrzeug und Anhänger eingeladen hatten ging es eskortiert von nun fünf Fahrzeugen Richtung Militärkantine. Hier gab es ein Gruppenfoto für den Facilitymanager und Einzelportraits vom Piloten, den Verfolgern und den Passagieren für den amerikanischen Geheimdienst…

Nach gut zwei Stunden durften wir das Militärgelände verlassen.

So kann sich auch ein optimales Landegelände, trocken, sauber ohne Schaden anzurichten als fast ungeeignet erweisen. In Zukunft werde ich wohl nicht mehr in Amerika landen, falls es sich irgendwie vermeiden lässt.

Georg Reifferscheid

Mein Name ist Georg Reifferscheid. Ich bin passionierter Ballonfahrer und veranstalte in Rothenburg ob der Tauber tägliche Ballonstarts aus dem Taubertal. Seit 1987 bin ich Hobbyballonfahrer, seit 1991 Ballonlehrer und seit 1993 hauptberuflicher Ballonpilot. Im Jahr zuvor, Ende 1992, gründete ich mit „Happy Ballooning“ das erste Luftfahrtunternehmen mit Ballonen in Nordbayern. Unser Startplatz in Rothenburg befindet sich direkt unterhalb der Altstadt an der Tauber. Bevor ich mein Hobby zum Beruf machte, war ich nach Abschluss meines Studiums an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung als Kriminalbeamter bei einer Spezialeinheit, einem Mobilem Einsatzkommando in Köln tätig. Anschließend als Sachbearbeiter für Raub und Fahndung bei der Kripo in Bonn. Am Ballonfahren reizt mich vor allem, im Luftmeer lautlos einem unbekannten Ziel entgegen zu gleiten. Mich fasziniert die Freiheit, über den Dingen zu schweben. Am liebsten bin ich ganz nah dran an der Altstadt von Rothenburg und der abwechslungsreichen Landschaft des Taubertals, der Frankenhöhe, der Hohenloher Ebene, des Aischtals, des Vorbachs oder des Jagst- und Kochertals. In jeder Himmelsrichtung ein neues Abenteuer! Dabei hat jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz und lädt zum Fotografieren ein.

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Storch trifft Biber – Flora und Fauna, die neuesten Sehenswürdigkeiten in Rothenburg ob der Tauber

Überraschung im Taubertal

Vor ein paar Wochen, so Anfang Mai, hatte ich eine Begegung, die ich nicht so schnell vergessen werde. Mein Freund Frank-Martin aus Hamburg ist ein seltener Gast, dem ich gerne besonders schöne Bereiche von Rothenburg zeige, um ihn häufiger in die Stadt zu locken. Wir machten deshalb einen Spaziergang durch das märchenhafte Gelände des so genannten Wildbades, hinunter zur Tauber. Ich bin so schon immer ganz verzaubert von der Magie dieses Platzes, abseits des Trubels, aber als dann plötzlich auch noch ein Biber auftauchte, war es um mich geschehen. Was diese fränkische Kleinstadt alles zu bieten hat fasziniert mich immer wieder. Natur & Kultur in direkter Nachbarschaft.

Biber in Franken gesucht und gesichtet

Meister Bockert, wie der Biber als Fabelwesen genannt wird, symbolisiert „Fleiß“ und so war er auch nicht lang zu sehen, sondern bald wieder im Uferbewuchs verschwunden. Einige Tage später haben Bekannte ihn noch einmal in der Nähe der Schmelzmühle / Schandtauber gesichtet. Seit dem ist er verschollen. Bei meinen Recherchen wurde mir von einem Biber erzählt, der im Taubertal wohl unter die Räder gekommen ist. Das wäre sehr schade, ist aber zum Glück nicht sicher, oder wir haben mehr als einen Neurothenburger. Sollte jemand von Ihnen, geschätzte Leser, mehr wissen oder einen Biber in der Nähe von Rothenburg sichten, würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen.

Störche beziehen Penthouse in der Mittelalterlichen Stadt

Aber nicht nur Biber haben von dieser sehenswerten Stadt in Franken gehört. Nach vielen Jahren,  bis in die Siebziger Jahre waren immer wieder Paare hier, haben sich erneut Störche in der Altstadt angesiedelt. Bereits im letzten Jahr hatte sich ein Storchenpaar bei einem Kurzurlaub in Rothenburg ob der Tauber nach einer geeigneten Unterkunft umgesehen und wurde dabei auf dem Glockenturm der Franziskanerkirche fotografiert

Ob dies der Auslöser war für den Bau von gleich zwei geeigneten Nistplätzen innerhalb der Altstadt in diesem Jahr konnte ich leider nicht herausfinden. Fakt ist, dass die beiden neu gebauten Penthäuser sofort bezogen wurden. Um eines der Nester sollen sich sogar 3 Storchenpaare gleichzeitig beworben haben. Dabei ist sonst der Wohnungsmarkt im Zentrum unserer historischen Stadt relativ entspannt. Aber Wohnungen mit besonderer Aussicht sind eben besonders gefragt.

 Zimmer mit Aussicht – Der Markusturm

Der Markusturm, inzwischen Sitz unseres Stadtarchives, ist als Teil der 1. Stadtmauer und ehemaliges Stadttor ohnehin eine der Sehenswürdigkeiten Rothenburgs. Doch nachdem Anfang des Jahres Mitarbeiter der Stadt den Traum einer Storchenwohnung auf den Dachfirst gebaut haben, zieht der Turm noch mehr Blicke auf sich. Ende März / Anfang April wurde das Nest bezogen und das Ehepaar Adebar hat sich offensichtlich in ihrem Zimmer mit Aussicht sehr wohl gefühlt. Inzwischen ist das Familienglück anscheinend mit Drillingen gesegnet worden. Ganz sicher ist diese Information jedoch nicht. Mal wird mir von Zwei, mal von angeblich vier Jungvögeln erzählt. Bilden Sie sich selbst eine Meinung. Herr Reifferscheid von Happy Ballooning hat diese wunderschönen Fotos erst kürzlich aufgenommen.

Taubertalblick

Das zweite Nest in der Altstadt befindet sich auf einem Wohnhaus an der Südseite der Franziskanerkirche und dürfte einen traumhaften Blick ins Taubertal bieten. Auf der Spitze des östlichen Giebels, des so genannten „Teichert-Hauses“, ist das Storchennest relativ gut zu sehen, wenn man sich in westlicher Richtung (vom Kriminalmuseum kommend) auf der Burggasse nähert. Auch in dem von Herrn H. Wohlfahrt privat finanzierten Vogelheim haben Jungstörche das Licht der Welt erblickt. Es sollen Zwei sein und damit stehen die Aussichten sehr gut, auch in den kommenden Jahren diese beeindruckenden Tiere immer wieder in Rothenburg o.d.T. und der Region begrüßen zu dürfen.

foto. hernst Storch

Über den Dächern von Rothenburg o.d.T.

Die Stadt hat aber noch viel mehr für Ornithologen oder Freunde von Flugtieren zu bieten. Die vielen Türme und Dachstühle bieten ausgezeichnete Nistgelegenheiten für Turmdohlen und Turmfalken. Auch Mauersegler soll es in Rothenburg geben. Ganz zu schweigen von den einzigen fliegenden Säugetieren, den Fledermäusen, die immer wieder zu sehen sind. Manchmal sogar besser als einem lieb ist. So bot sich mir zum Beispiel an einem Sommerabend vor 2 Jahren, als ich nach einer Nachtwächterführung in meine Wohnung kam, ein ganz besonderes Schauspiel. Ich hatte die Fenster offen gelassen und dies empfanden ein wildes Dutzend Fledermäuse als tolle Gelegenheit mir einen Besuch abzustatten. Es hat ihnen anscheinend sehr gut gefallen, denn ich hatte noch tagelang damit zu tun sie wieder aus meiner Wohnung zu entfernen. Da beobachte ich doch lieber die Tauben, wenn sie an einem der vielen Brunnen von Rothenburg ihren Durst stillen.

Natur in der Stadt

Es ist aber nicht nur die Fauna, die ich als Sehenswürdigkeit empfinde und die unsere ohnehin schon schöne Stadt noch sehenswerter macht. Immer wieder höre ich wie sehr Besucher von der Blumenpracht in der Altstadt begeistert sind. So gibt es zum Beispiel eine Vielzahl von wunderschönen Rosenbüschen die überall in der Stadt zu finden sind. Hier nur eine kleine Auswahl davon.

Dann sind da noch jede Menge Gärten und Blumenkästen die zum großen Teil privat gepflegt werden. Dazu kommen noch die sehr engagierten Rothenburger Stadtgärtner, allen voran Herr Kühn, der uns Rothenburger Stadtführern nicht nur sehr kompetent die Flora des östlichen Teils des Burggartens näher brachte, sondern mich auch auf einige sonstige Raritäten aufmerksam machte. Unter anderem sind da ein Judasbaum und ein Blauglockenbaum zu nennen. Am besten hat mir aber, zumindest dem Namen nach, die Mädchenhaaresche im Burggarten gefallen.

Nun bin ich zwar viel mehr Historiker als Botaniker und meist komplett hilflos wenn ich nach dem Namen von dieser Blume und jenem Baum, womöglich auch noch auf Englisch, gefragt werde, aber genießen kann ich die Schönheiten der Flora und Fauna trotzdem und möchte abschließend noch eine alte Lebensweisheit loswerden.

Lieber ein Storch auf dem Dach, als Fledermäuse im Wohnzimmer.

Harald Ernst

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Meine Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese besonders schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf. Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber. Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhause.

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