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Rothenburg ob der Tauber als Stadt der Stille

In den Tagen bis Ostern kitzelt die Frühjahrssonne Rothenburg wach. Ich schiebe mein Rad durch die Rödergasse. Autos gibt es hier kaum. Der Storch hat sein  Nest bezogen. Heute habe ich etwas Zeit und kann der Internetgemeinde meine Lieblingsplätze in Rothenburg zeigen. An manchen Orten in Rothenburg fühle ich mich besonders wohl. Dort geht mein Blick ins Weite und ich kann die Stille besonders genießen, und aufatmen.

Der Burggarten

Die grüne Lunge Rothenburgs ist der Burggarten. Jetzt, Mitte März, schaut noch kaum Grün hervor. Beide Seiten des Bergsporns, auf dem die alte Stauferburg einmal stand, gewähren einen weiten Blick ins Taubertal nach Süden und nach Norden. Einige genießen die ersten Sonnenstrahlen im Garten der Natur.

Frühjahr im Burggarten

Inspirierende Orte

Wenn man den südlichen Ausgang des Burggartens wählt und ein paar Schritte dem Muschelzeichen in Richtung Jakobsweg nach Tübingen/Rottenburg oder Speyer geht, kommt man durch parkähnliche Anlagen und durch den Weinberg der Familie Thürauf an der sogenannten „Riviera“ mit stillen verwunschenen Wegen. Gleich zu Beginn, an der Georg-Pirner-Anlage, taucht ein winziges kleines gelbes Sommerhäuschen auf.

Häuschen

Auch wenn es mir natürlich nicht gehört, stellt es für mich doch ein schönes und stilles Refugium dar mit nur wenig Quadratmetern Fläche und einem phänomenalen Blick über das Taubertal hinweg. Es steht in einem grünen Garten voller Schneeglöckchen. Ich stelle mir vor, dass ein Schriftsteller, fern abgeschieden von aller Welt, hier seine Inspirationen zu Papier bringt.

Die Sonne malt Bilder in  der Franziskanerkirche

Zurück in der Altstadt, in die Herrngasse: Eine der schönsten Kirche mit einem Innenraum von geradezu faszinierender Ausstrahlung ist die Franziskanerkirche. Ich mag es gerne, hier still zu sitzen und der Sonne zuzusehen, wie sie die Wände mit Licht bemalt. Doch davon habe ich schon in einem anderen Blogbeitrag geschrieben. Leider ist die Kirche bis kurz vor Ostern wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, aber dann öffnet sie ihre Geheimnisse wieder.

Franziskanerkirche Engel

Am höchsten  Punkt der Stadt Rothenburg

Auch ein schöner Ort, aber nicht öffentlich zugänglich: die Türme der St.-Jakobs-Kirche. Wenn schönes Wetter ist, sitze ich manchmal hoch dort oben auf dem Südturm. All die Geräusche der Stadt, Unterhaltungen, Rufen, Hupen, Musik – all das bleibt ferne und leise unter mir als ob mich diese Welt nichts anginge. Dort oben komme ich auf die besten Gedanken.

Blick auf Franziskanerkirche

Den romantischen englischen Maler Arthur Wasse hat die pittoreske Weltabgeschiedenheit der Jakobstürme dazu inspiriert, seine Frau Fanny zu malen, wie sie dort Dohlen füttert. Im Hintergrund ist das Dorf Detwang zu sehen – und alles sieht heute fast genauso aus wie damals, obwohl über hundert Jahre seitdem verstrichen sind. Das mystisch anmutende Gemälde kann man übrigens noch bei einem Besuch des Reichsstadtmuseums im Original betrachten und dann noch viel mehr Details entdecken.

wasse St  St. Jakob Südturm

 

Die Nacht in  Rothenburg. Ein Wispern

Etwas ganz Besonderes aber ist die Stille in der Rothenburger Altstadt, wenn die Nacht angebrochen ist. Die Geräusche sind dann nämlich völlig andere als am Tag. Ruhe ist eingekehrt, die Stadt birgt sich in der Stille. Bisweilen hört man den gedämpften Glockenschlag eines Uhrwerkes. Ein Käuzchen ruft aus dem Taubertal. Mir kommen Verse aus Matthias Claudius’ Abendlied in den Sinn:

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wenn ich bei Dunkelheit auf den Gassen der Rothenburger Altstadt unterwegs bin, unterhalte ich mich gerne nur mit gedämpfter Stimme, nur um diese Stille nicht zu stören, und ich möchte mich am Liebsten nur auf Zehenspitzen fortbewegen.

Mit etwas Glück kann man dann auch hören, dass es an manchen Stellen eine zweite Welt hinter diesen ehrwürdigen Steinen gibt! Dann hört man es nämlich ganz leise rascheln und piepsen. Zum Beispiel am Treppenaufgang im Norden von St. Jakob. Dort zwischen den Steinritzen erzählen sich die Kirchenmäuse ihre Gutenacht-Geschichten. Doch um sie zu verstehen, muss man selbst ganz, ganz still sein. Nur lauschen.

Stufen St

Oliver Gußmann

In Rothenburg bin ich Touristen- und Pilgerpfarrer an St. Jakob. Das ist die große, an Kunstschätzen reiche evangelische Kirche mit den Doppeltürmen mitten in Rothenburg! Meine Aufgabe ist es, die Kirchen Rothenburgs Gästen und Touristen aus der ganzen Welt bekannt zu machen. Die zahlreichen Gotteshäuser des gotischen Rothenburgs erzählen mit Bildern und Symbolen vom Glauben, der Liebe und der Hoffnung unserer Vorfahren; sie berichten vom Sterben und Auferstehen, von Hingabe und Erlösung. Bei meiner Arbeit hilft mir ein Kirchenführer-Team. Außerdem traue ich Hochzeitspaare, mache Nachtkirchenführungen und vieles mehr. Gerne führe ich durch das jüdische Rothenburg oder biete für Kinder und Jugendliche kirchenpädagogische Führungen an. Für die Jakobuswege, von denen sich einige in Rothenburg kreuzen, bin ich der Ansprechpartner. Mir liegt eine gesunde Umwelt am Herzen. Darum fahre ich ein "Velomobil" - eine Mischung zwischen Seifenkiste und Rennauto. Wenn Sie so etwas in Rothenburg stehen sehen, bin ich sicher nicht weit entfernt! Mehr über meine Arbeit: www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus

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Der „Eisenhut“: Das wirklich Kostbare

Begeben wir uns in Gedanken in das „Erste Haus“ in einer beliebigen Stadt in Deutschland. Werden wir in diesem Hotelzimmer, auf den Fluren dieses Hauses, im Frühstücksraum oder in der Halle erkennen können, in welcher Stadt wir sind? Auch die sogenannten großen Hotels in unseren Städten sind so austauschbar geworden, wie die Filialgeschäfte in ihren Fußgängerzonen. Viele Vier-Sterne-Hotels sind in Ihrer Anmutung einem IKEA-Einrichtungshaus bedrohlich nahe.

Die Reise nach Rothenburg ob der Tauber hingegen ist stets auch eine Zeitreise in die Vergangenheit. Und diese Zeitreise wird von einem ganz besonderen Hotel in unvergleichbarer Weise unterstützt. Der „Eisenhut“ ist das Erste Haus in dieser Stadt. Als Einheimischer betrachtet man das Haus mit Hochachtung und Ehrfurcht. Es gibt alte Rothenburger, die davon erzählen, dass ihre Eltern oder Großeltern aus Respekt vor dem Eingangsbereich und den hochnoblen Gästen des Eisenhuts in der Herrngasse stets die Straßenseite gewechselt haben. Solchen Respekt kennen wir heute nicht mehr, Schwellenangst ist uns fremd und auch Erste Häuser werden demokratisiert. Und so wird die Halle des „Eisenhuts“ von Rothenburgbesuchern ebenso begutachtet wie die im „Adlon“ in Berlin oder im „Bayerischen Hof“ in München.

Hinter dieser Fassade wartet ehrwürdige Behaglichkeit.

Hinter dieser Fassade wartet ehrwürdige Behaglichkeit.

Das Kostbare an diesem Hotel ist das, was nicht verändert wurde. Und doch wird es am ehesten in den 1990er Jahren wohl manche modernistisch orientierte Besucher gegeben haben, die den Mangel an Veränderung beklagt haben werden. Die vielen Winkel und Ecken und die unterschiedlich breiten Flure verbreiten ein nostalgisches Grundgefühl. Ganz persönliche Erinnerungen an die selbst erlebte Zeit, die heute als die „gute alte“ gilt, werden wach. Mit jedem Schritt erwacht noch mehr Lust am Überlieferten, Geschichtsträchtigen und Geheimnisvollen. In diesen dicken Mauern entsteht das wohlig-warme Gefühl von Beschütztsein. Bei diesem Ausflug in die Vergangenheit kann man sich in diesem Hotel, das vier Patrizierhäuser in sich vereint, schon auch einmal verlaufen. Auf dem Weg zu meinem Zimmer Nr. 349 im dritten Stock mit Blick auf die Herrngasse, nehme ich den Aufzug. Wenn ich hinuntergehe am liebsten die Treppe. Denn die verwinkelten Treppenhäuser mit ihren antiken Möbeln und dem dickflorigen Teppichboden mit dem Blumenmuster lassen einen an Alfred Hitchcock denken – der „Mord im Orient Express“ hätte doch auch ein „Mord im Eisenhut“ sein können. Na ja, wenigstens ein „Franken-Tatort“ könnte 2016 ja noch draus werden.

Eine besondere Begrüßung ist das handgeschriebene Willkommens-Kärtchen mit Unterschrift der Hoteldirektorin

Eine besondere Begrüßung ist das handgeschriebene Willkommens-Kärtchen mit Unterschrift der Hoteldirektorin (Foto: privat)

Wenn ich alleine reise, gönne ich mir gerne den kleinen Luxus eines „Doppelzimmer zur Einzelnutzung“. Und das Zimmer 349, wie auch die anderen Zimmer, die ich bisher kennenlernte, halten, was das Hotel mit seiner großen Geschichte verspricht. Da ist das Dreier-Sofa, das an die gehobene Adenauer-Bürgerlichkeit der 1960er Jahre erinnert und hochwertig neu aufgepolstert wurde. Es ist viel Platz in diesem Zimmer und die Badewanne erlaubt auch einem 1,95 Meter-Mann, sich plantschend hineinzulegen und nicht nur ein Sitzbad einzunehmen.

Zimmer Nr. 349

Zimmer Nr. 349 (Foto: privat)

Ich hoffe, dass die Hoteliers hier nicht davon träumen, mit viel Geld den sterilen Chic eines Hilton oder Hyatt zu installieren. Ich bitte darum, dass die vielen elektronischen Geräte und „smarten Technologien“ aus den neuzeitlichen Hotelzimmern der Metropolen den Eisenhutgästen noch lange erspart bleiben. Es ist einfach gut so, wie es ist. Und dass beim Hinuntergehen die Holztreppe unter dem Teppichboden knarzt, gehört dazu, wie die Patina auf den Büffelleder-Sesseln im Treppenhaus.

Der historischer Treppenaufgang im Eisenhut gefällt vielen Gästen besser als ein moderner Aufzug

Der historischer Treppenaufgang im Eisenhut gefällt vielen Gästen besser als ein moderner Aufzug (Foto: privat)

Unten gehe ich ins Restaurant. Meine Verabredung wartet schon auf mich. Wir wählen zuerst die Weine – ich entscheide mich für den fränkischen Weißburgunder. Der Kellner serviert den Wein in einer Karaffe, lässt mich probieren. „Ich mag Weißburgunder“, antworte ich dem erwartungsvollen Blick des Servicemitarbeiters und füge hinzu „Weißburgunder trinke ich sonst immer im Speisewagen der Bahn. Dieser hier schmeckt auch gut“. Darauf der Kellner freundlich grinsend: „Das ehrt uns aber, dass wir da mithalten können“. Gast und Kellner lachen. Das „Eis“ war gebrochen, ohne dass es deshalb zur Verbrüderung kommt. Es bleibt die gehobene Restaurantkultur, die Korrektheit im Service. Und doch ist das hier nie steif, das ist die ungezwungene Vornehmheit der Moderne. Die Kellnerinnen und Kellner im Eisenhut bleiben bei ihrer Arbeit vornehm zurückhaltend. Der klassischen Eleganz eines vornehmen Restaurants entspricht auch das Anrichten meines Tellergerichts – Rehmedaillons mit verschiedenen Gemüsen. „So wunderschön können Gemüse sein!“, entfährt es mir beim ersten Anblick. Die zwei großen Stücke vom Rehrücken sind perfekt gebraten, der Kellner reicht nach einigen Minuten zusätzliche Soße. Wildfleisch in Deutschland stammt meist aus Neuseeland – dort werden riesige Herden in großen Gehegen gehalten, geschlachtet und in alle Welt verkauft. Doch dieses Reh wurde vom Jäger Bernhard Moll in den Wäldern um Rothenburg geschossen und vom Küchenchef Christian Weinhold gekonnt zubereitet.

Das Reh wurde in den Wäldern um Rothenburg geschossen

Das Reh wurde in den Wäldern um Rothenburg geschossen (Foto: privat)

Ich finde die 32 Euro für dieses Gericht angemessen, die 9,50 Euro für das Dessert aus warmen Schokoladenkuchen mit Kirschenkompott geradezu günstig. Wir bestellen zum Abschluss zwei doppelte Espressi, mit denen auf einer kleinen Etagere vier Pralinen geliefert werden.

Ich hätte mich reinlegen können - warmer Schokoladenkuchen und Kirschenkompott

Ich hätte mich reinlegen können – warmer Schokoladenkuchen und Kirschenkompott (Foto: privat)

Etwas später erwarte ich noch einen Besucher zu einer Besprechung. Wir setzen uns auf die Sonnenterasse und bestellen je einen Cappuccino. Bei dieser kleinen Zeche bleibt es trotz einer langen Unterredung. Das Warmgetränk soll hier nicht gewürdigt werden; dass es liebenswürdigen Service schon bei einer Bestellung mit einem Gesamtwert von 5,80 Euro und für Gäste gibt, die sich zwei Stunden an einem Getränke „festhalten“, aber sehr wohl.

Der Aufenthalt im Eisenhut ist das ideale Umfeld für ein ungetrübtes Rothenburg-Erlebnis. Eisenhut bedeutet Rothenburg „Ton in Ton“ zu erleben – da passt dann einfach alles zusammen. Dieses Haus erfüllt die teils sehr hohe Erwartungshaltung, die viele Gäste an dieses altehrwürdige Hotel richten. Neben der Anerkennung durch die Gäste gibt es auch eine offizielle: Der Eisenhut wurde als „Sightsleeping-Hotel“ durch die Bayern Tourismus Marketing GmbH anerkannt.

Bei der Abreise blicke ich aus dem Taxifenster zurück zum Eingangsportal. Jetzt ist es nicht der Glanz der Hotelsterne oder Auszeichnungen, der wirkt. Es ist der leicht wehmütige Blick auf die Dinge, die wirklich kostbar sind.

 

Fritz Gempel

Mein Name ist Fritz Gempel, ich wurde 1963 in Ansbach geboren und entdeckte Rothenburg früh als Lieblingsstadt in meiner fränkischen Heimat. Seit 20 Jahren bin ich selbständig als Unternehmensberater und Fachbuchautor tätig; die meisten meiner Kunden haben mit Lebensmitteln zu tun. Rothenburg sehe ich nicht nur als kulturelle, sondern auch als kulinarische Destination.

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22 Jahre und kein bisschen “LEISE“ – Die Marketenderinnen von Rothenburg.

Jetzt sind es bald 22 Jahre seit der Gründung der Festspielgruppe „Die Marketenderinnen“. „Sie wurden beäugt… Sie wurden bemessen… und sie wurden für gut befunden!“

Historischer Rückblick: In den Heerzügen des Dreißigjährigen Krieges folgte den militärischen Abteilungen der Tross zur Verpflegung und Betreuung der Soldaten. Was der Soldat nicht verzehrt, genommen oder verwüstet hatte, das zehrte, nahm und vernichtete der Tross. Daran schlossen sich zu Fuß oder zu Pferd die Soldatenweiber an. Es waren die Frauen oder Dirnen der Söldner, die sich bei der Rast um deren Kleidung kümmerten und die Kinder betreuten.
Mit seiner Frau wohnte der Soldat unter dem engen Strohdach des Lagers oder im Quartier. In jeder Abstufung von Alter und Ansprüchen begleiteten Dirnen das Regiment: von der Mätresse des Obersten, die mit ihrem Hofstaat unter besonderer Bedeckung reiste, bis zur Dirne des Pikeniers, die, ihr Kind auf dem Rücken, mit wunden Füßen über das Schlachtfeld laufen musste. Der Tross jedes Regiments unterstand dem Dirnenwaibel, meist ein altgedienter Soldat, der vom Oberst eingesetzt wurde.

 

Marketenderwagen von Adolf Hosse

Leise waren sie nie – die knapp 30 „Frau“ starke Frauenpowergruppe der „Marketenderinnen“ mit ihren zwei „Schnallentreibern“, eine der 25 historischen Gruppen des Vereins „Historisches Festspiel – Der Meistertrunk“. Bei Gründung der Gruppe wurde sie durch umfangreiche Bemühungen als Frauengruppe in die Männerdomäne Festspiel integriert und man freut sich im Verein sichtlich über den Erfolg und die Anerkennung um die Leistungen der Marketenderinnen.

Erinnerungen aus den letzten 20 Jahren: Sie haben nicht nur den Verein und die Stadt bei Veranstaltungen, wie z.B. „WETTEN DASS…“ oder auch im „ZDF Sommergarten“ mehr als erfolgreich vertreten, sondern noch viele andere Events gemeinsam über die Jahre hin besucht.

Die Marketenderinnen haben ein Repertoire von über 20 Liedern verschiedenster Herkunft. Vom süßen Liebes- und Sehnsuchtslied bis hin zum deftigen Sauf- und derben Gassenlied. Auch Kriegslieder aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges, die den Alltag von damals spiegeln, verschiedene Kanons und mehrstimmige Lieder wie z.B. Stücke aus Carl Orff’s „Carmina Burana“ gehören dazu. Besondere Eyecatcher der Gruppe sind natürlich auch die alten Flöten in Form von 2 Krummhörnern und Klanghölzern, einer Laute sowie Schellenkränze und einem Kazoo. Mit zum Teil dreistimmigen Gesängen warten die Damen bei ihren Auftritten auf, dann auch mit gehörigem Applaus belohnt.

So bleiben sie den Gästen der romantischen Stadt Rothenburg ob der Tauber und des Historischen Festspiels, das in wenigen Tagen wieder seine Türen und Tore öffnet, stets in guter Erinnerung.

Über die Pfingstfeiertage vom 22. bis 25. Mai 2015 ziehen die Marketenderinnen täglich durch die malerischen Gassen der Altstadt in Rothenburg ob der Tauber.

Benjamin Babel

Mein Name ist Benjamin Babel. Ich wurde 1962 in Rothenburg ob der Tauber geboren. Nach der Schulzeit und der Ausbildung führten mich meine Wege als Journalist in alle Welt. Doch das Herz schlägt nun mal in der Heimat und so blieb ich mit meinem Rothenburg auch in der Ferne stets verbunden. Seit 2011 lebe ich wieder in Rothenburg ob der Tauber, direkt am Marktplatz. Vielleicht hat mich der ein oder andere Besucher übrigens schon einmal in den Medien gesehen.

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Rothenburg ob der Tauber: Die Märchenstadt

 

Als Stadt an der „Romantischen Straße“ wirbt Rothenburg, das fränkisch mittelalterliche Kleinod, seit langem für Romantik als etwas Wunderbares.

Rothenburg liegt zwar fernab der deutschen Märchenstraße, aber die neu eingeführte Veranstaltungsreihe Rothenburger Märchenzauber gewinnt immer mehr Zuspruch. Für meine Begriffe zu Recht, kann man sich so manches Märchen doch in den Rothenburger Gassen authentisch vorstellen, auch weil viele Märchen im Mittelalter ihren Ursprung haben. So wundere ich mich, dass meine zauberhafte Stadt oberhalb der Tauber nicht viel früher das Thema Märchen aufgegriffen hat.

Märchenzauber 2

Gerade die oft mystische Novemberstimmung vermittelt in den kopfsteingepflasterten Gassen und Gässlein mit den vielen Türmen und Türmchen und der prächtig erhaltenen Stadtmauer ein eindrucksvolles Märchengefühl. Die Bezeichnung Märchenfeeling verkneife ich mir an dieser Stelle.

Seit nunmehr drei Jahren wird immer Anfang November für etwa zehn Tage ein bunter Märchenreigen inszeniert. So gibt es tägliche Märchen“ver“führungen zum Beispiel in die Kellerräume des Reichstadtmuseum oder in die Heiltumskammer der Jakobskirche. Neben der Märchenstube im Hegereiterhaus darf man sich über märchenhafte Familienführungen freuen ebenso wie über musikalische Lesungen oder Märchenstunden für Kindergartengruppen oder Schulklassen. Gespensterbackaktionen, Schattentheater, Dichterwettstreite (Poetry Slam) und Stummfilmmärchen mit Live Musikbegleitung ergänzen den Märchenzauber.

Märchenzauber 4

Die Rothenburger Gastronomiebetriebe, der Einzelhandel und der Stadtmarketingverein runden den Märchenbummel durch Märchenrätselgewinnspiele und kulinarische Stadtrundgänge ab.

So wird Rothenburg als Märchenstadt zu Recht immer mehr zum Erlebnis für die ganze Familie: nicht nur für Besucher, nicht nur an Weihnachten, sondern auch für die einheimische Bevölkerung, wer es mag das ganze Jahr über, besonders intensiv und märchenhaft immer in der ersten Novemberdekade.

Märchenzauber 1

 

Märchenstadt Rothenburg bei Youtube

Georg Reifferscheid

Mein Name ist Georg Reifferscheid. Ich bin passionierter Ballonfahrer und veranstalte in Rothenburg ob der Tauber tägliche Ballonstarts aus dem Taubertal. Seit 1987 bin ich Hobbyballonfahrer, seit 1991 Ballonlehrer und seit 1993 hauptberuflicher Ballonpilot. Im Jahr zuvor, Ende 1992, gründete ich mit „Happy Ballooning“ das erste Luftfahrtunternehmen mit Ballonen in Nordbayern. Unser Startplatz in Rothenburg befindet sich direkt unterhalb der Altstadt an der Tauber. Bevor ich mein Hobby zum Beruf machte, war ich nach Abschluss meines Studiums an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung als Kriminalbeamter bei einer Spezialeinheit, einem Mobilem Einsatzkommando in Köln tätig. Anschließend als Sachbearbeiter für Raub und Fahndung bei der Kripo in Bonn. Am Ballonfahren reizt mich vor allem, im Luftmeer lautlos einem unbekannten Ziel entgegen zu gleiten. Mich fasziniert die Freiheit, über den Dingen zu schweben. Am liebsten bin ich ganz nah dran an der Altstadt von Rothenburg und der abwechslungsreichen Landschaft des Taubertals, der Frankenhöhe, der Hohenloher Ebene, des Aischtals, des Vorbachs oder des Jagst- und Kochertals. In jeder Himmelsrichtung ein neues Abenteuer! Dabei hat jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz und lädt zum Fotografieren ein.

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Verkehr in der Rothenburger Altstadt oder ErFAHRungen auf Städtereisen

Jeder von uns ist fast überall auf der Welt ein Tourist. Ich bin gerne Tourist. Reisen ist meine Leidenschaft. Fremdes und Neues kennen lernen. Menschen aus anderen, fremden Kulturen begegnen. Suchen – Fragen – Finden. So geht das meist. Manche finden sich dann mit einem Mietwagen in der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber wieder. Das Navi hat sich am Stadttor verabschiedet und der Beifahrer hält den vorher ausgedruckten Stadtplan auf dem Kopf.

Als weitgereister Weltenbummler kenne ich diese Situationen (leider) aus eigener Erfahrung. Aber dadurch habe ich auch schon schöne Urlaubsgeschichten mit nach Hause gebracht. Manchmal taucht ein Engel auf und hilft einem weiter. Manchmal fühle ich mich dazu berufen ein solcher Engel zu sein. Denn in der Rothenburger Altstadt macht mir so schnell niemand was vor. Daraus sind schon des Öfteren schöne Geschichten entstanden.

Eine Urlaubsgeschichte in Franken

Unvergesslich, es war Sommer, wahrscheinlich kurz vor dem Taubertal Festival. In der Zeit verdoppelt sich die Einwohnerzahl von ca. 11.000 mal schnell für ein paar Tage. Ich war mit dem Fahrrad vom Plönlein ich Richtung Marktplatz unterwegs. An der Ecke, vor dem Kriminalmuseum, stand ein alter VW-Bus auf der Kreuzung. Der Fahrer mit der Frage im Gesicht „Soll ich, oder soll ich nicht, in diese kleine enge Gasse einbiegen? “ Die Frage war übrigens berechtigt. Die Antwort ganz klar „Besser nicht!“.

Da Ihm anscheinend niemand in dem VW-Bus diese Antwort geben konnte, hielt ich an, stieg ab und gab ihm die Antwort. „In die Gasse biegst Du besser mit deinem VW-Bus nicht ein.“ Das führte allerdings direkt zur nächsten Fragen. „Wohin dann?“ Nun, Engel und Rothenburger Stadtführer haben auf so etwas eine Antwort. Allerdings galt es für mich davor noch zu wissen wohin sie überhaupt wollten. Die genannte Adresse kannte ich. Den Weg dorthin natürlich auch. Nur die Erklärung, wie Sie durch das Gewirr von Einbahnstraßen mit ihrem alten VW-Bus in der Rothenburger Altstadt fahren mussten, gestaltete sich schwierig.

Odyssee durch eine Mittelalterliche Stadt

„Was haltet ihr davon wenn ich zu Euch in den Bus springe und den Weg einfach zeige?“ Diese Frage  war meine Reaktion auf die Herausforderung ein Auto, ohne Verstöße gegen die deutsche Straßenverkehrsordnung (StVO.),  durch die Rothenburger Altstadt zu lotsen. Die Tür ging auf, ich sah mich plötzlich 4-5 Jungen Männern und einem Bierlager gegenüber und stieg ein. Als kleinen Dank für meinen Dienst erbat ich mir ein Bier. Die Flasche ging auf, die Tür zu und dann ging es los.

Hinter Fahrer und Beifahrer sitzend, mit einer Flasche Bier in der Hand, gab ich meine Anweisungen. Erst rechts, in die „Untere Schmiedgasse“, dann an der 2. Links, in die „Wenggasse“. Vorbei am Rödertor und auf der Rosengasse bis zur Galgengasse. Dann wieder links usw. Am Ende waren wir gar nicht so weit weg von dem Ort an dem ich in den alten VW-Bus gestiegen war. Aber wir waren am Ziel und das ohne Verstöße gegen die StVO.

Ich nahm den letzten großen Schluck aus meinem Bier, wünschte den Jungs eine schöne Zeit in Rothenburg, verabschiedete mich und war in ca. 5 Minuten zurück bei meinem Fahrrad. Viel weiter ist es zu Fuß selten in der Rothenburger Altstadt. Nur mit dem Auto kann sich das ziehen, vor allem wenn man sich nicht auskennt. Da sind schon einige stundenlang unterwegs gewesen. Ja sogar stecken geblieben, wie damals einer mit seinem Wohnwagen im Trompetergässchen.

Trompetergässchen in Rbg.  - Durchfahrtsbreite ca. 2 Meter

Trompetergässchen in Rbg.

So versuche ich immer mal wieder zu helfen. Zu Beginn der Saison 2009 oder 2010, ich kam gerade aus Südamerika und hatte in La Paz und Santiago de Chile so meine Erfahrungen gemacht, war ich besonders motiviert. Es ist einfach schön wenn jemand plötzlich auftaucht und seine Hilfe anbietet. Das zumindest ist meine Erfahrung. Wenn sich also die Gelegenheit ergibt, erkläre ich Gästen gerne den Weg. Gelebte Gastfreundschaft!

Aber das ist nicht immer so einfach.

ErFAHRungen auf einer Reise durch Deutschland

Folgende Situation. Ähnlich wie beim VW-Bus. Nur war es dieses Mal ein teurer Mercedes, der am Rand des sehr belebten Marktplatzes stand. Der Platz und die Gassen drum herum waren voll mit Fußgängern. Ein älteres Ehepaar, vermutlich aus Fernost, war kurz davor in die Fußgängerzone zu fahren. Keine gute Idee!

Denen kann geholfen werden, dachte ich, nahm mir die Zeit und klopfte vorsichtig an die Seitenscheibe des Fahrers. Genauso vorsichtig senkte sich diese um ca. 20 cm. Durch das halb geöffnete Fenster bot ich meine Hilfe an. Das gesuchte Hotel war gar nicht so weit weg wenn man denn in diesem mittelalterlichen Kleinod so fahren könnte wie man wollte. So war es, wie meist, etwas kompliziert.

  1. Option: Eine mündliche Wegbeschreibung. Die scheiterte schon mal an den mangelnden Englischkenntnissen der Gäste. Mein Japanisch, Chinesisch, Koreanisch etc. reicht dafür auch nicht aus.
  2. Option: Eine schriftliche Wegbeschreibung. Wäre möglich gewesen, ist für mich aber nur die zweite Wahl, nach Option 3.
  3. Option: Die persönliche Begleitung. Von einem Rothenburger Gästeführer persönlich durch die Gassen gelotst zu werden. Was kann es Besseres geben?

Hoch motiviert, es ist schön wenn sich im Frühjahr die Gassen wieder füllen, bot ich mich also an Ihnen den Weg zu weisen. Meine Frage ob ich dazu in den Wagen steigen dürfe wurde auf eine sehr eindeutige Art beantwortet. Die Scheibe schloss sich gefühlt doppelt so schnell wie sie sich geöffnet hatte und der Wagen fuhr so schnell er konnte die belebte Schmiedgasse hinunter. Damit hatte sich auch Option 2 erledigt.

Tja, zum Helfen gehören immer Zwei, dachte ich mir dann. Der eine, der helfen möchte und der andere, der Hilfe annehmen kann.

So macht jeder seine Erfahrungen. Die Gäste haben anscheinend Angst bekommen. „Da will jemand in mein Auto!!!“. Ich habe mich nach dieser Situation mit aktiven Hilfsangeboten für einige Zeit sehr zurück gehalten. Aber irgendwie scheint das Paar den Weg gefunden zu haben. Denn ich sah den Mercedes an diesem und dem folgenden Tag dann nicht mehr. Was immer ein gutes Zeichen ist. Anders als Fahrzeuge die 3- oder 4-mal, immer in eine andere Richtung über den Marktplatz fahren. Das kommt vor und ist weder für die Insassen, noch die Anwohner oder die übrigen Besucher eine schöne Situation.

 

Fazit:

In die wunderschöne Altstadt sollte nur einfahren wer sich auskennt und/oder einen guten Grund dafür hat.

Tipp für Blogleser:

Für Übernachtungsgäste geben Rothenburger Übernachtungsbetriebe sicherlich gerne eine Anfahrtsempfehlung bis zum Haus. Einige Hotels haben eigne Parkplätze und Mitarbeiter die sich um das Parken kümmern. Für Tagesbesucher empfiehlt es sich das Fahrzeug vor der Altstadt zu parken. (Siehe anderen Blogbeitrag)

Harald Ernst

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Meine Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese besonders schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf. Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber. Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhause.

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Parken in Rothenburg ob der Tauber oder die Geschichte vom verschollenen Auto

Am Ende einer Stadtführung

Die Parkplätze in Rothenburg ob der Tauber sind leer. Wir haben Mitte November. Es regnet, mal gerade nicht. Damals schon und zwar in Strömen. Ich meine es war Sommer. Einer jener Tage, die vielversprechend anfangen und regnerisch kalt enden. An jenem Spätnachmittag, ich hatte gerade eine Stadtführung durch Rothenburg vor der Stadtmauer beendet, sah ich sie. Eine Gruppe von 3 Frauen und einem Mann. Anstatt Regenschirmen hatten sie Einkaufstüten von Käthe Wohlfahrt in der Hand. Sie waren schon komplett nass, dabei ging es erst so richtig los mit dem Sommerregen. Sie taten mir leid.

Gastfreundschaft in einer Mittelalterlichen Stadt

Ich hatte die Führung vor dem Würzburger Tor (wir Rothenburger sagen „Galgentor“ dazu) beendet. Dort liegt der Pkw-Parkplatz P4. An der Einfahrt zum Parkplatz stand eine der Frauen. Eine weitere war in Richtung Stadttor unterwegs. Die dritte Frau und der Mann gingen durch die Reihen von Autos. Sie schienen was zu suchen. Da ich etwas Zeit hatte, fragte ich eine der Frauen, ob ich irgendwie helfen könne. Manchen Gästen konnte ich als Rothenburger Stadtführer schon häufiger eine Frage beantworten. Das gehört für mich zur Gastfreundschaft dazu.

Galgentor + P4 Rothenburg o.d.T.

Galgentor + P4 Rothenburg o.d.T.

 

Was Touristen immer wieder passiert

Die Vier suchten ihr Auto. Fanden es aber nicht. Dafür hatte ich mein Auto auf dem Parkplatz stehen. Ich habe zwar keine Ahnung mehr warum, aber es war da und ich sammelte die Vier erst einmal ein. Denn in einem fremden Auto zu sitzen war auf jeden Fall besser als im Regen das Eigene zu suchen, vor allem wenn man nicht genau weiß wo. Das passiert Touristen auf ihrem Wochenendtrip nach Bayern leider immer wieder. Sie suchen einen bestimmten Parkplatz in dieser so sehenswerte Stadt, weil sie dort ihr Auto vermuten oder weil ihr Reisebus bald abfährt.

Fußgängerleitsystem in der Rothenburger Altstadt

Es könnte so einfach sein.  Seit ein paar Jahren haben wir ein Fußgängerleitsystem in Rothenburg, dieser Perle an der Romantischen Straße. Überall in der mittelalterlichen Altstadt stehen Infotafeln mit Stadtplänen. Die Parkplätze haben Nummern (P1 bis P5). Nummer merken – Auto finden. So einfach könnte es sein. Eine Städtereise nach Bayern mit Happy End. So einfach war es aber leider nicht.

Info-Tafel Rothenburg o.d.T.

Info-Tafel Rothenburg o.d.T.

Rothenburger Parkplätze sind nummeriert

Die Besucher hatten sich nicht nur nicht die Nummer des Parkplatzes gemerkt, sondern sich auch noch getrennt. Denn die vier waren ursprünglich mal zu sechst. Drei Ehepaare auf Kurzurlaub in Franken. Zwei der Männer waren auf dem Weg zu einem anderen Parkplatz, aber zu welchem. „Na dem an der Stadtmauer“ meinte eine der Damen. Aber genau da lag das Problem. Die Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber geht einmal komplett um die Altstadt herum und die meisten Parkplätze sind wo? Na an der Stadtmauer! Jetzt waren also nicht nur ein Auto verschollen, sondern auch noch zwei Ehemänner.

Es gab noch Hoffnung

Wenigstens saßen wir im Trockenen. Nach einigen Fragen, aus welcher Richtung sie denn angereist sind und wie der Parkplatz ausgesehen hat, hatte ich eine Ahnung. Der Wagen stand wahrscheinlich im Norden der Altstadt und nicht am Östlichen Stadttor. Es gab also Hoffnung. Aber da waren ja noch die zwei vermissten Ehemänner. Also postierte ich eine der Frauen mit einem Regenschirm am Galgentor und fuhr mit den Anderen zum Parkplatz-P5.

Viele Parkplätze vor der Stadtmauer

Jetzt ist der aber auch nicht gerade klein. Da stehen schon einige Autos wenn in Rothenburg richtig was los ist. Und in Rothenburg ist öfter was los. Schließlich zählt die historische Altstadt zu einer der schönste Städte Deutschlands. Nun, an dem Sommertag war was los. Entsprechend viele Autos standen auf dem Parkplatz. Aber nach ein paar Runden hatten wir den Wagen dann gefunden. Die beiden Damen, der Herr und die Einkaufstüten waren nun versorgt. Dann galt es noch die übrigen drei zu finden. Im Konvoi fuhren wir also wieder an der Stadtmauer entlang, zurück zum Galgentor.

Finale des Kurzurlaubes in Bayern

Einer der beiden Vermissten war inzwischen aufgetaucht und wartete bei seiner Frau am Stadttor. Den anderen fanden wir dann, völlig durchnässt, auf einem etwas abgetrennten Teil des Parkplatz P4. Das Auto war gefunden, die drei Ehepaare wieder vereint und ich hatte eine schöne Geschichte.

Das Galgentor von Rothenburg ob der Tauber

Ein Tipp für die nächste Städtereise nach Rothenburg ob der Tauber

So oder so ähnlich ist es passiert. Ich glaube es war im Sommer 2012. Aber ich kann mich auch irren. In 20 Jahren als Stadtführer in Rothenburg habe ich schon jede Menge erlebt. Solche und ähnliche Geschichten. Es kommt leider immer wieder vor, dass Touristen etwas verloren in der Altstadt herum stehen oder fahren. Nun gibt es viele Rothenburger die gerne bereit sind zu helfen, aber manchen ist nur schwer zu helfen. Mit Hinweisen auf die Stadtmauer oder einen Turm (wir haben ca. 40 Türme in Rothenburg) können wir leider nicht viel anfangen. Dafür haben wir jede Menge Einbahnstraßen in der Altstadt. Da ist auch nicht mal eben schnell erklärt wie man mit dem Fahrzeug in eine bestimmte Gasse fährt. (Das erinnert mich übrigens an eine andere Geschichte.) Deshalb empfehle ich Tagesbesuchern vor den Toren zu parken und sich die Nummer zu merken. Das kann das Leben leichter machen.

Fazit:

Wer sich Parkplatznummern merken kann, der tut sich leichter und dem kann geholfen werden.

Sondertipp für Blogleser

DAS WAR BIS MAI 2014 so!!!Es gibt auf dem P4 und P5 große Teile die die meist kostenfrei sind. Bitte genau die Beschilderung beachten. (Stand Nov.2013)

Neuer Sondertipp für Blogleser

Unter www.parken-rothenburg.de  gibt es ausführliche Informationen zum neuen Parkkonzept in und um die Altstadt. Dies ist seit Mai 2014 gültig.

 

Harald Ernst

Bin ich ein Rothenburger? JAIN! Meine Wurzeln liegen nur 15 km von Rothenburg entfernt. Brettheim, früher ein Teil des Stadtgebietes der Reichsstadt mit ca. 180 Dörfern, liegt heute in einem anderen Bundesland (BW). Das erklärt, weshalb ich mich als Rothenburger fühle, inzwischen auch in der Altstadt lebe, aber nicht wie ein Rothenburger klinge. Ich bin ein Hohenloher mit entsprechendem Dialekt (wenn ich will oder darf) und habe mich während meines Zivildienstes (1990/91) in der Jugendherberge in die Stadt verliebt. Außerdem habe ich mich durch die Gäste aus aller Welt inspirieren lassen und das Reisen für mich entdeckt. Menschen, Länder, Abenteuer lassen mich immer wieder meine Koffer packen. Doch genauso gerne kehre ich immer wieder zurück in diese besonders schöne Stadt. Aus Hobby wurde Beruf. Bereits 1993 kam ich zur Gästeführerei. Im Jahr 2000 habe ich mit einem Freund ein Reiseunternehmen gegründet und bin seit dem selbstständiger Stadtführer, Reiseleiter und Driverguide für Gäste aus aller Welt im In- und Ausland. Doch mein Schwerpunkt ist und bleibt Rothenburg ob der Tauber. Hier kenne ich mich am besten aus. Hier bin ich Zuhause.

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