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22 Jahre und kein bisschen “LEISE“ – Die Marketenderinnen von Rothenburg.

Jetzt sind es bald 22 Jahre seit der Gründung der Festspielgruppe „Die Marketenderinnen“. „Sie wurden beäugt… Sie wurden bemessen… und sie wurden für gut befunden!“

Historischer Rückblick: In den Heerzügen des Dreißigjährigen Krieges folgte den militärischen Abteilungen der Tross zur Verpflegung und Betreuung der Soldaten. Was der Soldat nicht verzehrt, genommen oder verwüstet hatte, das zehrte, nahm und vernichtete der Tross. Daran schlossen sich zu Fuß oder zu Pferd die Soldatenweiber an. Es waren die Frauen oder Dirnen der Söldner, die sich bei der Rast um deren Kleidung kümmerten und die Kinder betreuten.
Mit seiner Frau wohnte der Soldat unter dem engen Strohdach des Lagers oder im Quartier. In jeder Abstufung von Alter und Ansprüchen begleiteten Dirnen das Regiment: von der Mätresse des Obersten, die mit ihrem Hofstaat unter besonderer Bedeckung reiste, bis zur Dirne des Pikeniers, die, ihr Kind auf dem Rücken, mit wunden Füßen über das Schlachtfeld laufen musste. Der Tross jedes Regiments unterstand dem Dirnenwaibel, meist ein altgedienter Soldat, der vom Oberst eingesetzt wurde.

 

Marketenderwagen von Adolf Hosse

Leise waren sie nie – die knapp 30 „Frau“ starke Frauenpowergruppe der „Marketenderinnen“ mit ihren zwei „Schnallentreibern“, eine der 25 historischen Gruppen des Vereins „Historisches Festspiel – Der Meistertrunk“. Bei Gründung der Gruppe wurde sie durch umfangreiche Bemühungen als Frauengruppe in die Männerdomäne Festspiel integriert und man freut sich im Verein sichtlich über den Erfolg und die Anerkennung um die Leistungen der Marketenderinnen.

Erinnerungen aus den letzten 20 Jahren: Sie haben nicht nur den Verein und die Stadt bei Veranstaltungen, wie z.B. „WETTEN DASS…“ oder auch im „ZDF Sommergarten“ mehr als erfolgreich vertreten, sondern noch viele andere Events gemeinsam über die Jahre hin besucht.

Die Marketenderinnen haben ein Repertoire von über 20 Liedern verschiedenster Herkunft. Vom süßen Liebes- und Sehnsuchtslied bis hin zum deftigen Sauf- und derben Gassenlied. Auch Kriegslieder aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges, die den Alltag von damals spiegeln, verschiedene Kanons und mehrstimmige Lieder wie z.B. Stücke aus Carl Orff’s „Carmina Burana“ gehören dazu. Besondere Eyecatcher der Gruppe sind natürlich auch die alten Flöten in Form von 2 Krummhörnern und Klanghölzern, einer Laute sowie Schellenkränze und einem Kazoo. Mit zum Teil dreistimmigen Gesängen warten die Damen bei ihren Auftritten auf, dann auch mit gehörigem Applaus belohnt.

So bleiben sie den Gästen der romantischen Stadt Rothenburg ob der Tauber und des Historischen Festspiels, das in wenigen Tagen wieder seine Türen und Tore öffnet, stets in guter Erinnerung.

Über die Pfingstfeiertage vom 22. bis 25. Mai 2015 ziehen die Marketenderinnen täglich durch die malerischen Gassen der Altstadt in Rothenburg ob der Tauber.

Benjamin Babel

Mein Name ist Benjamin Babel. Ich wurde 1962 in Rothenburg ob der Tauber geboren. Nach der Schulzeit und der Ausbildung führten mich meine Wege als Journalist in alle Welt. Doch das Herz schlägt nun mal in der Heimat und so blieb ich mit meinem Rothenburg auch in der Ferne stets verbunden. Seit 2011 lebe ich wieder in Rothenburg ob der Tauber, direkt am Marktplatz. Vielleicht hat mich der ein oder andere Besucher übrigens schon einmal in den Medien gesehen.

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Musik liegt in der Rothenburger Luft

Die wunderbarste Zeit des Jahres sind für mich die Sommermonate. Da herrscht in Rothenburg ob der Tauber eine ganz besondere Stimmung. Über der Stadt schwebt Musik! Im Juni und Juli unternehmen viele US-Amerikaner eine Konzertreise nach Europa. Für St. Jakob kümmere ich mich um die Gastchöre, die zu uns kommen. Wir haben natürlich auch eigene Chöre und ein besonders schönes und reichhaltiges Orgel- und Kirchenmusikprogramm an St. Jakob.

Eine der Konzertreihen in Rothenburg sind die „Ambassadors of Music“, die „Botschafter der Musik“, die aus einzelnen US-Bundesstaaten stammen. Die besten Jugendlichen werden vor der Reise in mehreren Prüfungen ausgewählt und treffen sich dann, um gemeinsam mit ihren Dirigenten Lieder einzustudieren. Rothenburg ob der Tauber darf am Schluss und Höhepunkt einer langen Kette bedeutender Auftrittsorte liegen wie Venedig, London, Paris oder Salzburg, Städte. Gut 15 Chöre singen auf dem Marktplatz und in der Franziskanerkirche. Das empfinde ich durchaus als eine hohe Ehre, die die Ambassadors unserem kleinen Tauberstädtchen schenken!

Wisconsin Ambassadors of Music

Wisconsin Ambassadors of Music 11. Juli 2014

Altes Rothenburg und junges Amerika

Was für Rothenburger beinahe selbstverständlich ist – eine gotische Kirche wie die Franziskanerkirche in einem Alter von mehr als siebenhundert Jahren zu haben – das ist für viele amerikanische Jugendliche ein erstaunlich altes Gebäude. Der Blick wird in dieser Kirche nach oben gezogen und manchen entfährt ein „ah!“ oder „oh!“, wenn sie hören, wie alt dieses Gemäuer ist.

Das Ehepaar Barbara und Don McTavish begleitet schon seit zwanzig Jahren die Chöre in Rothenburg bei ihrem Auftritt am Marktplatz und in der Franziskanerkirche. Rothenburg ist mittlerweile die zweite Heimat der beiden geworden. Ich finde es wunderbar, dass es diesen Austausch und diese Begegnungsmöglichkeit gibt!

Streichorchester Wells Virtuosi

Einige Male waren nun auch schon die „Wells Virtuosi“ bei uns. Eine Schülerin des Rothenburger Reichsstadt-Gymnasiums hatte vor einem Jahr ein Stipendium an der  Wells Cathedral School  in Sommerset  erhalten und hatte einige Monate auf die renommierte Musikschule gehen dürfen. Die Schule ist ein weltberühmtes Musikgymnasium. In dem folgenden Video hört man einen Ausschnitt aus Samuel Barber’s Adagio for Strings (1936). Die Leitung des Orchesters hat Matthew Souter.

 

 

 

Oliver Gußmann

In Rothenburg bin ich Touristen- und Pilgerpfarrer an St. Jakob. Das ist die große, an Kunstschätzen reiche evangelische Kirche mit den Doppeltürmen mitten in Rothenburg! Meine Aufgabe ist es, die Kirchen Rothenburgs Gästen und Touristen aus der ganzen Welt bekannt zu machen. Die zahlreichen Gotteshäuser des gotischen Rothenburgs erzählen mit Bildern und Symbolen vom Glauben, der Liebe und der Hoffnung unserer Vorfahren; sie berichten vom Sterben und Auferstehen, von Hingabe und Erlösung. Bei meiner Arbeit hilft mir ein Kirchenführer-Team. Außerdem traue ich Hochzeitspaare, mache Nachtkirchenführungen und vieles mehr. Gerne führe ich durch das jüdische Rothenburg oder biete für Kinder und Jugendliche kirchenpädagogische Führungen an. Für die Jakobuswege, von denen sich einige in Rothenburg kreuzen, bin ich der Ansprechpartner. Mir liegt eine gesunde Umwelt am Herzen. Darum fahre ich ein "Velomobil" - eine Mischung zwischen Seifenkiste und Rennauto. Wenn Sie so etwas in Rothenburg stehen sehen, bin ich sicher nicht weit entfernt! Mehr über meine Arbeit: www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus

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